Die Geschichte der Bartholomäuskirche

Die schlicht gehaltene gotische Kirche entstand in mehreren Bauphasen vom 13. bis 15. Jahrhundert. Sie ist an der Stelle einer romanischen Vorgängerkirche erbaut, deren Größe fast dem heutigen Mittelschiff entsprach. Die beeindruckende Größe der Kirche lässt auf die Bedeutung der Stadt und ihrer Bauherren schließen. Hartmann Graf von Grüningen († 1280) ist der Stifter der Kirche.

 

Ursprünglich war sie den Aposteln Peter und Paul geweiht. Zahlreiche Abbildungen in der Kirche weisen auf sie hin, wie etwa die Schlusssteine im Chor, die Paulus mit dem Schwert und Petrus mit dem Schlüssel zeigen und eine der Schnitzarbeiten am Chorgestühl aus dem 14. Jahrhundert.

 

Wann und unter welchen Umständen die Kirche ihr Patrozinium änderte und eine Bartholomäuskirche wurde, ist unklar. Ein Zusammenhang mit dem traditionsreichen Bartholomäusmarkt liegt nahe, ist aber nicht eindeutig nachweisbar.

 

Der Heilige Bartholomäus gilt unter anderem als Schutzpatron der Hirten, Bauern, Winzer und Lederarbeiter. An seinem Namenstag, dem 24. August, fand über Jahrhunderte hinweg in der Stadt das Zunfttreffen der Schäfer statt, das mit einem Gottesdienst eröffnet wurde. Der Schäferlauf, am letzten Augustwochenende, hält diese Tradition lebendig.