Predigten Mai 2020

erstellt am: 11.04.2020

Liebe Besucher unserer Homepage,

ab 10. Mai können wir wieder zu den Gottesdiensten in der Bartholomäuskirche einladen.

Hier können Sie die Predigten lesen oder ganz aktuell den Gottesdienst für kleine Leute mitfeiern.

 

 

Predigt zum Sonntag Exaudi, 24.05.2020, Bartholomäuskirche Markgröningen, von Pfarrer Dr. Frank Dettinger

Predigttext: Jer 31,31-34

 

Liebe Gemeinde,

Zeit für einen Neuanfang. Das wünschen sich zur Zeit viele mit Blick auf unsere Corona-Zeit. Zeit für einen Neuanfang – ja, endlich wieder zurück zur Normalität. Zeit für einen Neuanfang. Das erleben wir aber auch unabhängig von Corona im Umgang mit unseren Mitmenschen. Zeit für einen Neuanfang, denn manchmal sind die Dinge schwer durcheinander geraten.

Zwei Jungs haben mit ihrem Freund einmal zu arg Späßle getrieben. Und jetzt ist aus dem lockeren Herumalbern ein echter Streit geworden. Sonst waren die drei dickste Freunde. Jetzt aber zieht sich der zurück, der sich von den anderen geärgert fühlt. Die zwei anderen sehen es ein: Es ging ein bisschen zu weit. Zeit für einen Neuanfang.

Zwei Menschen, eine Frau und ein Mann, die sich einmal tief geliebt haben und beschlossen hatten: Wir wollen ein Leben lang zusammen bleiben. Unsere Ehe wird halten. Sie spürten: Wir gehören zusammen. Und jetzt steht das Ganze auf der Kippe. Beide spüren: Wir haben uns auseinander gelebt. Irgendwas ist in den vergangenen Jahren anders geworden. Die Erinnerung an damals wird blasser und dieses Paar leidet darunter und sagt sich: Wir müssen miteinander reden. Wir müssen uns klar werden, was da passiert ist. Denn wir möchten uns eigentlich nicht trennen. Zeit für einen Neuanfang.

Liebe Gemeinde, manche Neuanfänge gelingen in unserem Miteinander als Menschen. Und das tut gut und macht uns froh. Manche Neuanfänge bleiben aber auch Versuche. Nicht jeder Neuanfang gelingt. In der Bibel können wir etwas von Gottes Angeboten eines Neuanfangs lesen. Gott möchte immer wieder einen Neuanfang mit den Menschen. An vielen Stellen ist das zu finden. Im heutigen Predigttext scheint Gottes Wunsch nach einem Neuanfang aber besonders herausgehoben. Nicht um einen einfachen Neuanfang geht es, sondern um einen ganz besonderen, grundlegenden Neustart. Wir hören aus dem Prophetenbuch Jeremia, Kap. 31, die Verse 31-34:

 

31 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen,

32 nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR;

33 sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

34 Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

 

Liebe Gemeinde,

Jeremia sieht den drohenden Untergang Jerusalems kommen. So dürfen wir uns die Situation dieses Predigttextes klar machen. Jeremia warnt die Menschen, die Gottes Wort nicht halten. Er warnt sie vor der Zerstörung Jerusalems, die durch die babylonische Weltmacht droht. Doch inmitten dieser Warnungen erklingt in diesem Predigttext eine Art Umdenken Gottes. Mit Warnungen und auch Ermahnungen und Aufforderungen, sich an Gottes Wort zu halten, scheint es nicht getan zu sein. Das ist die tiefe Erkenntnis in diesem Text. Gott selbst erkennt das, so behauptet Jeremia. Gott erkennt, dass es einen ganz besonderen Neuanfang zwischen ihm und seinem Volk braucht. Die drei jungen Freunde, von denen ich erzählt habe, könnten den Neuanfang so vereinbaren: In Zukunft wollen wir genauer hinschauen, ob einem die Späße zu weit gehen… Wir wollen innerlich aufmerksamer sein, mehr darauf achten, wie der andere sich fühlt. Das Ehepaar könnte sich sagen: Wir wollen genau aufarbeiten, was sich denn in den Jahren so verändert hat. Wir wollen nicht einfach so weitermachen, sondern herausfinden, warum wir uns auseinandergelebt haben. Denn dann können wir an unserer Einstellung etwas verändern, dann können wir uns vielleicht neu aufeinander ausrichten. Es muss im Inneren etwas passieren – dann ist die Chance für den Neuanfang am Größten. Es muss die eigene Haltung, die Einstellung zu den anderen hinterfragt werden, dann steigen die Chancen, dass es einen wahren Neuanfang geben kann. Genau über diese Erkenntnis spricht hier Gott. Er hat nämlich schon unzählige Male seinem Volk einen Neuanfang geschenkt. Er hat seit der Zeit Noahs mit den Menschen einen Bund geschlossen. Der Regenbogen war das erste Zeichen dieses Bundes zwischen Gott und Mensch. Mit Abraham und seinen Nachfahren hat Gott seinen Bund erneuert. Und schließlich war die Übergabe der 10 Gebote, der Bundesschluss am Sinai, das zentrale Ereignis in der Geschichte Israels. Aber – so geht diese Geschichte weiter – das Volk Gottes verstößt gegen diesen Bund unzählige Male. Das erste Mal bereits: Durch das Goldene Kalb, das das Volk sich als neuen Gott errichten lässt, sodass Mose die Gesetzestafeln der 10 Gebote im Schock und in der Wut darüber aus der Hand fallen. Dennoch – Gottes Wille, mit seinem Volk in Gemeinschaft zu leben, bleibt ungebrochen. Immer wieder vergibt Gott. Immer wieder beginnt er neu mit den Menschen. Aber jetzt scheint es bei Jeremias Worten um einen Neuanfang von besonderer Qualität zu gehen. Jetzt geht es um keinen gewöhnlichen Neuanfang. Sondern eben um einen Neuanfang, der etwas mit der inneren Einstellung, mit der Haltung des Herzens zu tun hat. Und manchmal braucht es eben genau so einen tiefen Neuanfang. Das kann man in der aktuellen digitalen Zeit eigentlich sehr anschaulich machen. Überall gibt es jetzt gerade einen verstärkten Einsatz von digitalen Systemen. Smartphones, Tablets, Laptops oder klassische PCs – das alles ist durch Corona noch mehr im Einsatz als je zuvor. Und jetzt stellen Sie sich Folgendes vor: Der Dienst-Laptop eines Mannes im Homeoffice funktioniert plötzlich nicht mehr. Er ruft bei der vorgesehenen Service-Hotline an und bekommt zuerst einen halben Tag lang erklärt, was er wie einmal ausprobieren soll. Am Ende sind der Service-Berater am Telefon und dieser Mann sowieso völlig entnervt, weil der Laptop weiter nicht das tut, was er soll. Dann sagt der Service-Berater zu, dass am kommenden Tag ein Techniker vorbei kommen wird. Als dann endlich der nächste Tag da ist, kommt der Techniker mit Mund-Nasen-Schutz tatsächlich. Aber es dauert wieder Stunden über Stunden. Er versucht hier etwas umzuprogrammieren und dort ein neues Programm auf den Laptop zu spielen und so weiter. Und dann das Ergebnis – fast am Ende eines ganzen Tages: Der Techniker sagt: An Ihrem Gerät ist nichts mehr zu retten. Wir müssen die Festplatte komplett neu formatieren. Nur eine komplette Neuinstallation kann jetzt noch helfen. Manchmal hilft kein Polieren mehr, kein Flickschustern, kein Rumdoktern. Manchmal hilft nur eine Grunderneuerung. Manchmal muss die komplette Grundhaltung überprüft werden. Eben das kann auch bei unseren Neuanfängen manchmal der Schlüssel sein. Nicht immer nur ein „probieren wir es weiter so“. Sondern ein ehrliches Hinterfragen an der Wurzel der Dinge. Die drei Jungs könnten wieder in die gleiche Falle geraten. Sie könnten wahrscheinlich wieder in die Situation kommen, dass einer sich beleidigt fühlt, weil die anderen nicht merken, wann der Spaß zu Ende ist. Es sei denn, sie werden achtsamer. Es sei denn, es gibt wirklich eine Veränderung im Inneren, den Willen, sensibel im Blick zu haben, wie es dem anderen geht. Und ebenso wird dieses Ehepaar die besten Chancen auf einen echten Neuanfang haben, wenn sie auch an die Wurzel ihrer Probleme gehen. Wenn sie bereit sind, auch voreinander Fehler und Schuld einzugestehen. Das kann unheimlich schwer sein, aber auch aussichtsreich. Denn dann geht es wirklich ehrlich um das Innerste.

Zeit für einen Neuanfang. Das berichtet Jeremia hier über Gott. Den tiefen, inneren Neuanfang wünscht sich Gott. In unserer christlichen Tradition wurde dieser Neuanfang mit Jesus Christus in Verbindung gebracht. Ja in Jesus ist der „Mittler des Neuen Bundes“ gekommen, so schreibt es der Hebräerbrief (Hebr 9,15). Und Paulus schreibt, dass Gott seinen Bund mit seinem Volk Israel nie aufgegeben hat. Der Alte Bund gilt nach wie vor, wie Paulus im Römerbrief unmissverständlich deutlich macht (Röm 9-11). Es geht in gleicher Weise um Gottes tiefen Wunsch, mit den Menschen Gemeinschaft zu haben – damals im Alten Bund mit seinem auserwählten Volk – und später in Jesus Christus mit allen Menschen auf dem ganzen Erdkreis. Es geht um Gottes Sehnsucht, in einem funktionierenden Bündnis mit den Menschen zu leben. „Sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein“. Wir könnten sagen: Der Inhalt des Bundes ist kein neuer Inhalt. Gottes Ziel ist es, dass die Menschen in sinnvoller Weise Gemeinschaft mit ihm und untereinander haben – dafür sind seit jeher die Zehn Gebote da. Der Inhalt ist kein neuer Inhalt. Wir könnten aber sagen: Die Schreibfläche hat sich verändert. Waren es beim Bund am Sinai Steintafeln, so wird der neue Bund in die Herzen eingraviert. „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben“. Und das bedeutet tiefste innere Erneuerung. Das bedeutet Neuprogrammierung der Festplatte. Das bedeutet Neuausrichtung der inneren Haltung, der inneren Einstellung. Am Ende ist das vielleicht einer der faszinierendsten Texte der Bibel. Denn in diesen Worten bei Jeremia steckt so viel weise Erkenntnis über das menschliche Miteinander. Wir Menschen vermögen es so oft eben nicht, unsere Bündnisse einzuhalten. Wir sind in der Regel keine Profis, einen Bund zu halten. Und ebenso sind wir oft keine Experten, was Neuanfänge angeht. Wie ich am Anfang schon sagte: Manche Neuanfänge bleiben auch nur Versuche. Manche gut gemeinten Neuanfänge scheitern schlicht. Und es kann manchmal sogar das richtige sein, nach dem großen Streit auch einmal getrennte Wege zu gehen.

Aber Jeremias Worte über Gottes Grunderneuerung am Herzen können uns Mut machen und uns herausfordern: Ein Neuanfang hat dann die besten Chancen, wenn alle Beteiligten bereit sind, an die inneren Wurzeln zu gehen. So wie Gott bereit ist, bei uns an die Wurzeln zu gehen. Gottes so klares JA zum Menschen ist bei Jeremia ebenso faszinierend wie die Erkenntnis, dass Neuanfänge am besten von tief innen heraus gelingen. Gott ist nimmermüde, sich mit den Menschen auf einen gemeinsamen Weg zu machen. Es ist Gottes unerschütterlicher Wille zum Heil, der hier ausgedrückt wird. Ein schier unglaubliches Versprechen ist das. Gott hat erkannt, wie er selbst den Menschen verändern muss, dass der Mensch endlich zum Heil findet. Gott selbst ist bereit, seine Strategie zu ändern. Keine Ermahnungen und Aufforderungen und Warnungen mehr, die der Mensch am Ende doch nicht befolgen kann. Sondern Gott geht ans Herz der Menschen. An einem Herzen kann man in der Medizin tatsächlich lange herumdoktern. Man kann Bypässe legen, man kann Herzklappen einbauen und so manch andere geniale Tricks gibt es bei den Herz-Chirurgen, die unseren größten Respekt verdienen. Aber manchmal muss ein Herz-Chirurg feststellen: Bei diesem Patienten hilft nur noch eine Herz-Transplantation. Manchmal hilft nur ein neues Herz. Was da ganz wörtlich, anatomisch gilt – in der Medizin – das gilt nun eben auch übertragen auf das innerliche Herz des Menschen. Das innerliche Herz des Menschen – das sind unsere Gefühle, unsere Ansichten, unser Charakter. Das ist unser innerer Kern, das, was uns selbst ausmacht. Und hier sollen und dürfen wir neu werden. Hier sollen und dürfen wir durch Gottes Wirken lernen, auch einmal nachzugeben. Hier sollen und dürfen wir mit einem von Gott beschriebenen Herzen lernen, unsere Angst, zu kurz zu kommen, loszulassen. Hier sollen und dürfen wir lernen, anderen und uns selbst wirklich zu vergeben, andere und uns selbst einmal gnädig und wohlwollend anzuschauen. Und dabei spüren: Das tut so gut, wenn ich vergebe. Das macht mich frei, frei von negativen Gefühlen, die mich belastet haben.

Ein neues, von Gott beschriebenes Herz. Das wünsche ich Ihnen und uns allen immer wieder. Dass wir das spüren, dass Gott uns erneuern möchte. Dass wir das spüren, dass er bereit ist, uns innerlich so auszurichten, dass wir auch untereinander Neuanfänge wagen können.

„Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, … Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.“

Amen.

 

Predigt an Christi Himmelfahrt, 21.05.2020, von Pfarrer Michael Güthle

Predigttext: Johannes 17, 20-24

 

Liebe Gemeinde,

Christi Himmelfahrt – wenn wir das hören, sehen wir viele Bilder vor uns. Wir sehen die Wolke, auf der Jesus steht und in den Himmel hochgefahren wird. Hier in der Bartholomäuskirche haben wir bei jedem Gottesdienst das Bild über dem Chorbogen vor Augen. Jesus Christus sitzt als Weltenrichter auf dem Regenbogen. Zu seiner Linken werden die Verdammten von Dämonen in den Höllenrachen geführt und zu seiner Rechten werden die Seligen von Engeln in den Himmel geleitet.

„Aufgefahren in den Himmel“- so haben wir es im Glaubensbekenntnis gesprochen. Durch die Jahrhunderte hindurch wird dies in allen christlichen Bekenntnissen, in Liedern und Gebeten betont: Jesus Christus ist im Himmel.

Er wurde erhöht. Er lenkt Sonne, Mond und Sterne auf ihren Bahnen, er hat die Macht über Leben und Tod. Darum sollen sich, so heißt es im Epheserbrief, „im Namen Jesu alle Knie beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“

Jesus Christus sitzt an dem Platz, den jahrhundertelang Könige, Kaiser und Machthaber für sich beansprucht haben. Wir glauben daher, dass nicht den weltlichen Herrschern, sondern dass Jesus Christus „gegeben ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“ Was für eine große Hoffnung und Wohltat für uns und die Erde. Im Himmel wird regiert.

Nun gehört es zum Geheimnis unseres Glaubens, dass uns Jesus Christus nicht fern ist, sondern ganz nahekommt. Gerade durch seine Himmelfahrt ist es ihm möglich, zu jeder Zeit an jedem Ort dieser Welt gegenwärtig zu sein. Von diesem Trost sind alle Himmelfahrtstexte der Bibel durchdrungen. Im Matthäus-Evangelium sagt Jesus: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Der Evangelist Markus überliefert uns die Worte: „Sie aber gingen hin und predigten und der Herr wirkte mit ihnen.“ Und der Evangelist Lukas hat den Satz von Jesus aufgeschrieben: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden sicher nicht vergehen.“

Wenn wir Jesus oben im Himmel suchen, dann wird unser Blick unwillkürlich auf die Erde zurückgelenkt. In einer der Geschichten von den zwei Mönchen wird erzählt, dass sie gelesen hätten, dass es auf der Welt einen Ort gäbe, wo sich Himmel und Erde berührten. Eine Tür sei dort, es gelte nur anzuklopfen, einzutreten, und schon sei man im Himmel. Die Mönche beschlossen diesen Ort zu suchen. Sie durchwanderten die ganze Welt, bestanden viele Gefahren und fanden schließlich, was sie suchten. Sie klopften an, bebenden Herzens sahen sie, wie sich die Tür öffnete – und – sie standen wieder zu Hause in ihrer Klosterzelle. Da begriffen sie: Der Ort, wo Gott uns begegnen will, ist an der Stelle, wo wir arbeiten, wohnen und leben. Der Ort, wo sich Himmel und Erde berühren liegt in Jesus Christus. Dort, wo zwei oder drei in seinem Namen beisammen sind, da ist er mitten unter ihnen. Dort, wo die Liebe gelebt und einem Menschen geholfen wird, da ist er anwesend.

Der heutige Predigttext lenkt unseren Blick auf eine Sache, die Jesus besonders am Herzen liegt. Im Johannesevangelium, Kapitel 17, heißt es:

Jesus hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, ich bitte nicht allein für die Meinen, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf, dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.  Ich bete, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.  

Wir alle wissen: bisher haben es weder die Kirchen noch die weltlichen Regierungen trotz vieler Anstrengungen geschafft, die Menschen und Völker zu einer Einheit zu verbinden. Es ist jedoch erfreulich, dass Menschen nach wie vor erleben, wie gut es tut, wenn man sich gegenseitig unterstützt und füreinander da ist. Doch wir erleben auch die andere Seite, wie Menschen nur auf sich und ihre Rechte sehen und vergessen, dass sie auf Gemeinschaft angewiesen sind. Es ist immer eine Sorge, dass es bei Meinungsverschiedenheiten und Streit über eine Sache, nicht zur Spaltung kommt. Das gilt sowohl für unsere Gesellschaft als auch im Privaten in den Familien. Jesus erinnert uns eindringlich daran, das Ziel der Versöhnung nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Einheit ist wichtig.

Es fällt auf, dass Jesus keine Ermahnung ausspricht. Ihr müsst euch um Einigkeit bemühen. Nein, er bittet seinen himmlischen Vater um Einheit. Somit ist die Bitte um Einheit nicht nur das Ziel, das wir als Christen im Blick haben, sondern sie ist zugleich eine Zusage. Denkt daran, so wie Jesus Christus mit seinem Vater eins ist, so seid ihr Christen durch den Glauben an ihn in die Gemeinschaft mit Gott hineingenommen. Die Fürbitte Jesu um Einheit, steht gegen die Trennung. Sie macht uns bewusst, dass Jesus, der für uns bittet, zugleich auch der Anwalt der anderen Menschen ist. So fordert uns diese Bitte auf, unsere Rechthaberei, die zur Spaltung führen kann, zu unterlassen und vielmehr auf das Verbindende zu sehen.

Dabei gilt es darauf zu achten, dass wir die Einheit nicht mit Gleichmacherei verwechseln. Menschen und Völker sind bei vielen Gemeinsamkeiten immer auch verschieden. Jede und jeder hat auch seine Eigenheiten. Diese Vielfalt ist von Gott gewollt. Sie macht das Leben reich und bunt. Wenn verschiedene Meinungen und Begabungen aufeinandertreffen, dann bewahrt uns das vor Engstirnigkeit und öffnet uns den Blick ins Weite. Denken wir dabei auch an das Bild vom Leib und den Gliedern, das der Apostel Paulus verwendet:

„Gott hat den Leib zusammengefügt, damit die unterschiedlichen Glieder in gleicher Weise füreinander sorgen. Ihr seid der eine Leib Christi.“

(1 Kor 12).

Liebe Gemeinde,

was uns eint, ist die Fürbitte Christi, was uns eint ist die Gemeinschaft mit Christus,

damit die Welt erkenne, dass du, Vater, mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.  Eine in vielen Bereichen zerstrittene Kirchengemeinde wäre demnach nicht einladend für diejenigen, die man noch zum Glauben an Jesus gewinnen will.

Auf einer Synode wurde einmal der missionarische Auftrag der Kirchengemeinde in Form einer Werbeanzeige aufgeschrieben.

Da heißt es: „Was Sie bei uns finden können:

Sich selber – und mehr als das. / Menschen, die Zeit haben – auch für Sie. / Einen Ort, an dem Sie zur Ruhe kommen und neue Kräfte gewinnen. / Gemeinschaft, in der Sie singen können, selbst wenn sie unmusikalisch sind. / Gedanken, die herausfordern – auch Sie. / Worte, die Mut machen: Mut zu leben, zu glauben, zu lieben, zu hoffen – auch über den Tod hinaus. / Eine Wahrheit, die freimacht und aufrichtet. / Den Gott, der für Gottlose da ist. / Die Welt in einem neuen Licht.-

Finden Sie davon nichts bei uns, dann sagen sie uns Bescheid! Ihre Evangelische Kirche“

Christi Himmelfahrt lenkt unsern Blick auf Jesus Christus, der die Welt regiert. Der Blick zum Himmel erweitert unseren Horizont. Wenn Jesus regiert, dann brauchen wir keine Angst zu haben vor den großen und kleinen Mächten. Denn sie haben nicht das letzte Wort. Der Blick zum Himmel führt nicht dazu, dass wir uns enttäuscht von der Welt abwenden, sondern er ermutigt uns, unser Leben so zu gestalten, dass sich der Himmel unter uns ausbreitet und an der Hoffnung auf eine gute Zukunft festzuhalten. Durch Christus sind wir mit dem Himmel und untereinander verbunden. Vergessen wir bei allen Widrigkeiten nicht: die Bitte um Einheit ist unauslöschlich im Himmel geschrieben. Amen.

 

Im Lied „Großer Gott, wir loben dich“ heißt es:

Heilig, Herr Gott Zebaoth! Heilig, Herr der Himmelsheere!

Starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere

sind erfüllt von deinem Ruhm; alles ist dein Eigentum.

Durch dich steht das Himmelstor allen, welche glauben, offen;

du stellst uns dem Vater vor, wenn wir kindlich auf dich hoffen

du wirst kommen zum Gericht, wenn der letzte Tag anbricht.

Herr Bialon spielt nun diesen Choral.

 

Predigt am Sonntag Rogate, 17. Mai 2020, Bartholomäuskirche Markgröningen

Pfarrer Michael Güthle

 

Matthäus-Evangelium, Kapitel 6, Verse 7-13

7Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. 8Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. 9Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. 10Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. 11Unser tägliches Brot gib uns heute. 12Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. 13Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.  

 

Liebe Gemeinde,

dass uns das Gebet Kraft und Zuversicht schenkt – das erfahren wir gerade in dieser Zeit, wo sich ein ungebetener Gast unter uns und auf der Welt breitgemacht hat. Ein Virus, der hochinfektiös und unberechenbar ist. Manche merken nicht einmal, dass sie erkrankt sind, bei anderen dagegen, auch bei Jüngeren, nimmt die Krankheit einen sehr schweren Verlauf und sie kann bis zum Tod führen. So ist weiterhin Vorsicht angebracht, denn wir sehen das Virus nicht, es kann uns nah oder fern sein. Wir brauchen zunehmend Geduld, denn wir wissen nicht, wie lange diese Pandemie unser Leben einschränken wird.

Wie gut, dass wir beten können. Es gibt Ereignisse, da wird Menschen der Boden unter den Füßen weggezogen und sie können nur noch verzweifelt fragen, warum ihnen Gott solch eine Last zumutet? „Warum muss ich so traurig gehen?“- ruft ein Psalmbeter. Selbst wenn uns die Sprache ganz wegbleibt, so hört Gott unser Seufzen und Stöhnen. Euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet – sagt uns Jesus. Ein Gebet braucht nicht viele Worte. Im Gebet stärken wir die Verbindung zu Gott. Wir vergewissern uns, dass er uns in Freud und Leid nahe bleibt und nicht verlassen wird. Beten heißt auch still werden und warten bis ich höre, was mir Gott sagen und geben will.

Jesus spricht nun ein Gebet, das inzwischen fast jedes Kind kennt. Dieses Gebet verbindet uns mit allen Christen auf der Welt und wir können es auch dann sprechen, wenn uns selber die Worte zum Beten fehlen. Auch am Sterbebett hat es seinen Platz.

Es ist nicht möglich, die Aussagen und Bitten des Vaterunsers zu erfassen. So kann ich nur einige Hinweise dazu geben.

Es beginnt mit der Anrede:  Unser Vater im Himmel. Wenn wir zu Gott „Vater“ sagen, dann wenden wir uns an den liebenden Gott, der unser Gegenüber ist. Damit bringen wir zum Ausdruck, dass keine blinde Schicksalsmacht über uns herrscht, sondern wir treten in eine persönliche Beziehung ein. Wir reden so vertraulich mit Gott, wie es vertraulicher nicht geht. Wenn Gott, wie ein guter Vater zu uns ist, dann gehören wir als seine Kinder zusammen. Und dann können wir auch gewiss sein, dass Gott uns tröstet, „wie einen seine Mutter tröstet“. (Jesaja 66,13). „Unser Vater im Himmel“ – diese Anrede spricht auch aus, wie es um uns steht. Wir leben noch nicht im Himmel, sondern hier auf der Erde. Gott, der uns hier ganz nahe ist, ist zugleich auch fern und von unendlicher Größe. Die nächsten drei Bitten machen dies deutlich:

Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Gott allein ist der Herr des Himmels und der Erde. Wir bitten, dass seine Herrschaft und sein Wille in unsere Welt hineinkommen. Wir erleben es schmerzhaft, dass Gottes Wille nicht immer geachtet wird und dass es nach wie vor ein Kampf ist, der Gewalt und dem Bösen, dem Hass und der Selbstherrlichkeit, dem Unrecht und der Menschenverachtung zu widerstehen. Diese Bitten halten unsere Hoffnung wach, dass eine andere Wirklichkeit in unser Leben hereinbricht. Gottes Reich kommt in unsere Welt hinein. Seine Liebe, Barmherzigkeit und Güte werden sich ausbreiten. Gott hilft uns Menschen zum Guten. Ganz konkrete Bitten folgen:

Unser tägliches Brot gib uns heute – das zum Leben Notwendige soll für alle Menschen da sein. „Alle guten Gaben, alles, was wir haben, kommt, o Gott, von dir!“ – das Vaterunser erinnert uns daran. Dazu gehört auch der Blick zum Nächsten in der Nähe und Ferne. Das Teilen des Lebensnotwendigen ist geboten.

Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Wir wissen, dass wir das Gute, das wir tun wollen, oft nicht tun. Wir schaffen es nicht immer, die Liebe, die uns Gott entgegenbringt, an andere Menschen weiterzugeben. Wir machen uns manchmal gegenseitig das Leben schwer und verletzen uns, ohne es zu wollen. Wir sind auf Vergebung angewiesen. Es ist wichtig, dass wir unsere Schuld eingestehen und nicht nur die Fehler bei den andern sehen. Weil Gott uns vergibt, haben wir die Möglichkeit, unser Leben zu verändern und immer wieder neu anzufangen. Auch wir sollen bereit sein, dem andern zu vergeben. Aus der Vergebung heraus leben – das heißt, auch etwas großzügiger und barmherziger mit mir und den andern umgehen.

Führe uns nicht in Versuchung. Um das Verständnis dieser Bitte wird wohl am meisten gerungen. Manche wollen eher sprechen: „Führe uns durch die Versuchung“ oder: „verlasse uns nicht in Versuchung“, denn, so schreibt Jakobus in seinem Brief: „Gott selbst versucht niemand“ (Jakobus 1,13). In Frankreich und Spanien wird diese Bitte übersetzt mit den Worten: „Und lass uns nicht in Versuchung geraten.“ Mir ist zum Verständnis der Satz aus dem Hebräerbrief wichtig (Hebräer 2,18):

„Denn da Jesus selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.“ Es ist eine Tatsache, dass wir Menschen in Situationen geraten, die Versuchungen darstellen und wo wir mancher Versuchung auch erliegen und nicht so handeln, wie es für uns und andere gut wäre. So sehe ich auch diese Corona-Zeit als eine Art Prüfung von Gott. Es gilt, am Glauben festzuhalten und darauf zu vertrauen, dass uns Gott dann auch in der Tat durch diese Zeit führen wird. Gott erspart uns die schwereren Zeiten nicht. Er mutet uns auch Leid und Schmerz zu. Warum, weiß ich nicht. Aber sicher nicht deshalb, weil er daran seine Freude hätte. Eher sind wir selber in solchen Zeiten gefragt, ob wir sie auch dazu nützen, um unser Leben und unsere Verhaltensweisen in der Gesellschaft zu überdenken. So ist es hilfreich, dass sich die nächste Bitte anschließt: Erlöse uns oder entreiß uns von dem Bösen.

Wir können dankbar sein, dass uns Gott nicht im Stich lässt.

Das Vaterunser endet mit dem Lobpreis: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Mit dem Amen bekräftigen wir unsere Glaubenszuversicht. So soll es sein, dass sich Gottes Reich und sein Wille auf Erden durchsetzen.

Liebe Gemeinde,

Gott ist unser persönliches Gegenüber. Er ist Quelle und Ziel allen Lebens. In ihm ist alles gut aufgehoben. Ihm vertrauen wir und er wird alles vollenden in seiner Herrlichkeit.

Im Vaterunser ist alles enthalten, was wir zum Leben brauchen. Gut ist es zu wissen, dass in unsere Kirchengemeinde viel gebetet wird: allein im stillen Kämmerlein, im Gottesdienst, bei den Bibelstunden der Apis und in den Gebets- und Hauskreisen. Wir beten für ganz konkrete Anliegen und für die Menschen in unserer Nähe und in der Ferne. So wird die Verbindung mit Gott und untereinander gestärkt. Rogate – betet. So soll es sein.

Amen

 

Ein Gebet

Gott, schenke uns die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die wir nicht ändern können;

schenke uns den Mut, Dinge zu ändern, die wir tun können;

und schenke uns die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.

Amen

 

Predigt zum Sonntag Kantate, 10.05.2020 von Pfarrer Dr. Frank Dettinger

Predigttext: 2. Mose 15,1-3.20-21

 

Liebe Gemeinde!

„Wer sich die Musik erkiest, / hat ein himmlisch Werk gewonnen; / denn ihr erster Ursprung ist / von dem Himmel selbst genommen, / weil die lieben Engelein / selber Musikanten sein.“

– So dichtet Martin Luther über die Musik. Himmlischen Ursprungs ist die Musik, davon war Luther überzeugt. Und manches spricht für seine Behauptung: Musik hat eine Kraft, die Menschen verändern kann. Musik hat Einfluss auf unsere Stimmungen. In Musik kann ich mich fallen lassen – mich berühren lassen – und es passiert etwas mit mir. Musik ist etwas Dynamisches – sie breitet sich aus, sie steckt an. Ein Lied, das ich irgendwo gehört habe, kann mich einen ganzen Tag lang als Ohrwurm begleiten. Und obwohl heutzutage leider weniger gesungen wird als früher, kann man manchmal beobachten: Ein Lied auf einem Fest, das kann sich über Bänke hinweg ausbreiten. Immer mehr singen mit, lassen sich anstecken vom Singen, vom gemeinsamen Musizieren. Beim Schäferlauf stimmt irgendwer den Markgröninger Marsch an. Und nach und nach stimmen alle mit ein, bis ein großer Chor kräftig schmettert: „Kommt, Freunde zu Hauf!“ In der Corona-Zeit gab es auch schon viele Beispiele für die Ausbreitung der Musik: Das gemeinsame 19-Uhr-Singen „Der Mond ist aufgegangen“ oder Beethovens „Ode an die Freude“, die Sonntag Abends auf Balkonen mit verschiedenen Instrumenten musiziert wurde – auch bei uns in Markgröningen. Musik ist ansteckend – ansteckend auf ganz positive, gesunde Art. Um die Ausbreitung der Musik geht es heute auch im Predigttext aus dem 2. Buch Mose, Kapitel 15. Ich lese die Verse 1-3 und 20-21.

 

1 Damals sangen Mose und die Israeliten dies Lied dem HERRN und sprachen: Ich will dem HERRN singen, denn er ist hoch erhaben; Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt. 2 Der HERR ist meine Stärke und mein Lobgesang und ist mein Heil. Das ist mein Gott, ich will ihn preisen, er ist meines Vaters Gott, ich will ihn erheben. 3 Der HERR ist der rechte Kriegsmann, HERR ist sein Name. […] 20 Da nahm Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, eine Pauke in ihre Hand, und alle Frauen folgten ihr nach mit Pauken im Reigen. 21 Und Mirjam sang ihnen vor: Lasst uns dem HERRN singen, denn er ist hoch erhaben; Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt.

 

Bild: Anselm Feuerbach (1828-1880)

 

Liebe Gemeinde,

die Musik breitet sich aus – wer singt hier alles mit? Mose singt – von ihm lesen wir zuerst. Mose, der als Anführer des Volkes Israel eine unglaublich aufregende Zeit hinter sich hat. Nach langem Hin und Her war es endlich gelungen, den Pharao soweit zu bringen, dass das Volk aus Ägypten fortgehen durfte. Nach schweren Jahren in Zwangsarbeit war Mose mit den Hebräern aufgebrochen – ein großer, langer Zug mit Mann und Maus macht sich auf den Weg Richtung Kanaan. Dieser epische Bericht in der Bibel ist sehr anschaulich – vor dem inneren Auge ist dieser große Menschenzug mit Wagen und Ziegen und Schafen und allem Drum und Dran zu sehen. Und beeindruckend und zugleich bedrückend ist das nächste Bild. Diese Volkswanderung gelangt ans Meer, das den Weg abschneidet. Wohin soll der Weg nun weitergehen? Diese Frage stellt sich mit immer größerem Herzklopfen, weil plötzlich Hufschläge zu hören sind, die immer lauter werden. Das ägyptische Heer ist aufgebrochen, um das Volk einzuholen und nach Ägypten zurückzuholen. In der Falle – was für ein Bild – vor dem Menschenzug das Meer, hinter ihnen die nahende ägyptische Streitmacht. Mose erlebt als Führer des Volkes einen nie zu vergessenden Tag. Gott schenkt tatsächlich ein großes Wunder, so geht dieser faszinierende Bericht weiter. Mit seinem Stab darf Mose das Meer teilen – die Wassermassen weichen auf beide Seiten aus, sodass der Weg frei ist zum Weitergehen. Mit pochendem Herzen sind Mose und das ganze Volk jetzt Schritt für Schritt weiter unterwegs mitten durch das Meer. Am anderen Ende angekommen und wieder an Land, sieht Mose und das Volk, dass die Ägypter ihnen gefolgt sind und sich jetzt mitten im Meer befinden. Sie werden nicht umkehren. Sie werden ihr Ziel verfolgen, das Volk einzuholen und zurückzubringen nach Ägypten. Doch Gott lässt das nicht zu. Mose schließt mit seinem Stab das Meer wieder – er darf die Fluten zurückfließen lassen – und sein Volk damit retten vor den Ägyptern. Eine Geschichte tiefster Emotionen ist das, und jetzt singt Mose aus innerem Antrieb. Er kann nicht anders, als zu singen. Und sein Gesang steckt alle an – die Israeliten singen gemeinsam: „Ich will dem HERRN singen, denn er ist hoch erhaben; Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt. Der HERR ist meine Stärke und mein Lobgesang und ist mein Heil. Das ist mein Gott, ich will ihn preisen.“ Und es geht weiter – der Gesang führt auch dazu, dass mit Instrumenten musiziert wird. Und das nicht allein, sondern zu den Instrumenten wird auch noch getanzt. „Da nahm Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, eine Pauke in ihre Hand, und alle Frauen folgten ihr nach mit Pauken im Reigen.“ Die Musik breitet sich dynamisch aus. Mirjam folgen schließlich alle Frauen – und alle bewegen sich zum Rhythmus der Pauken im Reigen. „Und Mirjam sang ihnen vor: Lasst uns dem HERRN singen, denn er ist hoch erhaben; Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt.“ Die Pauken sind Handtrommeln, wenn genau übersetzt wird, Handtrommeln, die eine bewegende Musik erklingen lassen. Der Rhythmus bewegt den Körper mit – der Rhythmus geht in den Körper ein – Musik wird so ganzheitlich und betrifft Körper, Seele und Geist zugleich. Es ist in der Geschichte der Bibel hier das erste Mal, dass zu Gebet und Gesang auch Tanz dazu kommt. Und der Tanz zieht in seinen Bann – alle tanzen mit. Dass das so sein darf, wird unterstrichen, indem Mirjam als Prophetin beschrieben wird. Mirjam, die Schwester Aarons, gehört zu dieser wichtigen Führer-Familie, der auch Mose angehört. Mirjam hatte einst ihren kleinen Bruder Mose der Tochter des Pharaos anvertraut. Sie hat eine lange Geschichte hinter sich und sie spielt auf jeden Fall eine wichtige Rolle. Aber ihr Auftritt an dieser Stelle wird zusätzlich gerechtfertigt, indem sie als Prophetin beschreiben wird. Was sie hier tut, ist von Gott legitimiert. Mirjam musiziert und tanzt – und das ist gut so, das ist Gott so wohlgefällig in dieser besonderen Stunde der Befreiung von den ägyptischen Rössern und Reitern. Musik breitet sich aus. Sie ist ansteckend im positiven Sinn – und sie kann uns ganz in den Bann ziehen, mit Körper, Seele und Geist.

Neben dem Ausdruck der Freude geht es nun noch um etwas anderes. Es gibt noch einen tieferen Sinn der Musik und der Lieder, der hier eine Rolle spielt. Es geht um Erinnerung. In diesem 15. Kapitel des zweiten Buches Mose wird dieser wunderhafte Durchzug durch das Meer, diese Rettungsgeschichte ausführlich erzählt. Das Lied hat viele Strophen, könnten wir sagen – detailgenau soll in Erinnerung bleiben, wie Gott das Volk in dieser aussichtslosen Lage gerettet hat. Dass es im tieferen Sinn um Erinnerung an Gottes Heilshandeln geht, sehen wir auch im Hinweis auf den Gott der Väter. Mose und die Israeliten singen: „Er ist meines Vaters Gott, ich will ihn erheben.“ Das Erinnern spielt in der jüdischen Tradition eine ganz besondere Rolle. Gott hat früher geholfen – das dürfen wir nicht vergessen, so lautet die Überzeugung. Er war schon der Gott der Väter – und schon damals hat er sich als mächtig erwiesen. Und jetzt gibt es eine neue Rettungsgeschichte, die auch für alle Zeit den nachfolgenden Generationen berichtet werden soll. Durch Musik, durch Lieder soll Gottes Handeln festgehalten und weiter überliefert werden. In Liedern lassen sich Geschichten gut merken – hier bleibt das Wissen gut und sicher aufbewahrt. Die Musik ist ein Geschenk Gottes, das uns an die Macht Gottes erinnern soll. Ja, schon die Musik ohne Text, ohne konkrete Inhalte, kann uns etwas Göttliches vermitteln. Die Faszination, die Kraft von Musik kann ein Hinweis sein auf Gottes Wahrheit, sein Dasein, seine Kraft und Stärke. Martin Luther war eben auf dieser Spur: Die Musik hat einen göttlichen Ursprung. Mose, die Israeliten, Mirjam und alle Frauen musizieren, singen und tanzen – und verbinden die Kraft der Musik mit ihrer Erfahrung, von Gott gerettet worden zu sein. „Lasst uns dem HERRN singen, denn er ist hoch erhaben; Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt.“

In späterer Zeit haben die Israeliten auch schwere Zeiten erfahren. Erst die Assyrer, später die Babylonier besiegten sie, führten sie in Gefangenschaft weg aus ihrem Land. Die Erfahrung, dass Gott nicht immer rettet, nicht immer alles gut werden lässt, kennt das jüdische Volk so wie auch wir diese Erfahrung kennen. Nicht alles, was ich mir von Gott erbitte, erfüllt sich. Nicht immer gehen brenzligen Situationen gut aus. Gerade deshalb hat sich in der jüdischen Tradition die Erinnerung an Gottes Heilstaten verfestigt. Gerade weil es in schweren Zeiten manchmal Zweifel gibt, ob Gott wirklich da ist, gibt es die Lieder über Gottes früheres Handeln. Die Musik lässt uns Gottes Wahrheit, seine Macht, sein Dasein spüren – sogar dann, wenn in meinem Leben vieles dagegen spricht. Das ist die tiefere Bedeutung von Moses Lied. Das ist die tiefere Bedeutung von Mirjams Tanz. Dass gerade dann, wenn in meinem Leben schwere Zeiten durchzustehen sind, ich zugesungen bekomme: „Er ist hoch erhaben; Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt. […] er ist meines Vaters Gott, ich will ihn erheben.“ Ich wünsche uns, dass wir durch Musik, durch das Singen, wenn es wieder erlaubt sein wird, und durch das Tanzen, das wir nicht unterschätzen sollten… Ich wünsche uns, dass wir durch all das ermutigt werden, an Gottes Macht und Dasein zu glauben. Gott hat die Musik geschaffen, um uns an ihn zu erinnern, um uns seiner Treue zu versichern, die er längst und unzählige Male durch seine Taten bezeugt hat. Ich wünsche uns, dass Musik uns und die Menschen um uns immer wieder ansteckt, dass sie sich in unserem Inneren ausbreitet und Körper, Seele und Geist in uns anspricht.

Denn „wer sich die Musik erkiest, / hat ein himmlisch Werk gewonnen; / denn ihr erster Ursprung ist / von dem Himmel selbst genommen, / weil die lieben Engelein / selber Musikanten sein.“

Amen.

 

Gebet: Neue und alte Lieder wollen wir dir singen, o Gott, denn unser Glaube lebt in diesen Liedern. Wir möchten dir singen als deine Gemeinde. Doch noch müssen wir darauf verzichten, keine Gesangstimmen in den Kirchen, hier bei uns und an vielen Orten dieser Erde. Aber unser Gebet können wir dir sagen, gemeinsam vor dich treten, das vor dich bringen, was uns bewegt, was dein Geist uns eingibt. So bitten wir für all die Menschen, die krank sind oder im Sterben liegen. Und für die Menschen, die anderen dienen in Therapie und Pflege. So bitten wir für all die Menschen, die sich sorgen um die Einsamen, die Verbindungen suchen und Nähe schaffen, wo Trennung herrscht. So bitten wir für all die Menschen, die in Sorge sind um ihren Lebensunterhalt. Und für die Menschen, die Verantwortung übernehmen für das wirtschaftliche Leben. Wir sehnen uns zurück nach einem Leben mit frohen Liedern, offenen Gesichtern und herzlichen Begegnungen. So bitten wir dich: Komm uns entgegen, du unser Gott!

Dich rufen wir gemeinsam an: Vater unser… Amen.

 

Predigt von Pfarrer Michael Güthle für Sonntag Jubilate, am 3. Mai 2020. 

 

Liebe Gemeinde,

„alles neu, macht der Mai“ – so sagt es das Sprichwort. In diesem Jahr wurden wir bereits im April mit Sonnenschein und bunten Blüten beschenkt. Viele von uns sehnen sich in diesem Mai nach einer Erneuerung des Alltagslebens.

Die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie schlagen zunehmend aufs Gemüt und man fühlt sich wie abgeschnitten, weil persönliche Begegnungen fast nicht möglich sind. Ich denke da vor allem an die Bewohner in den Alten- und Pflegeheimen, aber auch an Familien, die ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. Die wirtschaftlichen Sorgen vieler Menschen nehmen zu und noch ist kein Ende in Sicht, selbst wenn einzelne Maßnahmen gelockert werden. Die Schar der Unzufriedenen wächst. Die Diskussion zwischen mehr Öffnung und mehr Schutzmaßnahmen ist in vollem Gange. Entscheidungen müssen getroffen werden und erst später wird sich herausstellen, ob sie wirklich hilfreich und notwendig waren. Bei diesem beherrschenden Thema wird oft vergessen, dass es außer Corona noch andere Probleme gibt, die Menschen zu bewältigen haben. In unserer Gemeinde müssen manche um geliebte Menschen trauern und schmerzhaft Abschiednehmen. Manche sind alt und lebenssatt gestorben, andere waren krank und wieder andere wurden schlagartig und völlig unerwartet aus ihrem Leben gerissen. Bei allem, was uns bewegt und was kaum auszuhalten ist, kann uns der Glaube eine Hilfe sein. Gerade dann, wenn wir uns selber ohnmächtig und wie gelähmt fühlen, ist es wichtig, das Gottvertrauen zu stärken und daran zu denken, dass wir auch jetzt von Gott gehalten und getragen werden. Gottes Wort, das uns für diesen ersten Sonntag im Mai gegeben ist, ermutigt uns dazu:

 

Christus spricht: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger. (Johannes-Evangelium, Kapitel 15, Verse 1-8)

 

Das Bild vom Weinstock und den Reden ist ein schönes Bild für die tiefe Verbundenheit, die Jesus mit uns pflegt. Es wird auch der Unterschied deutlich: er ist der Weinstock, wir sind die Reben; die Reben können nicht leben ohne den Weinstock. Vom ihm her fließt ihnen Lebensenergie zu. Der Weinstock trägt die Reben und versorgt sie, lässt sie wachsen und bewirkt, dass sie Frucht bringen können. Durch Jesu Worte, durch Jesu Dasein für uns, fließen uns Kraft und Lebensenergie zu – hinein in unser Herz, in unsere Seele, aber auch in unseren zerbrechlichen Leib. Das ist eine Kraft, die uns keiner nehmen kann. Diese Lebensenergie ist nichts anderes als die Gegenwart des auferstandenen Jesus Christus. Jesus ist da, wir sind also nicht ohne Beistand und Trost.

Jesus sagt auch: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner.

Gott trägt die Verantwortung, er kümmert sich. Der Weinstock und die Reben werden umsorgt vom Weingärtner. Er sorgt für das Fruchtbringen. In der Verbundenheit mit Christus bin ich auch entlastet: nicht nur ich kümmere mich um mich, sondern Christus selbst will mich versorgen. Gott, der große Weingärtner schaut und pflegt. –

Dann ist da aber auch die Rede von den dürren Reben, durch die kein Lebenssaft mehr fließt. Sie vertrocknen und werden abgeschnitten und verbrannt. Der Weingärtner sorgt dafür, dass diejenigen Reben Platz zum Wachsen bekommen, deren Holz grün ist. Bei diesen Aussagen sollten wir uns davor hüten, einander aufzuteilen in diejenigen, die Frucht bringen und die, die angeblich keine bringen. Welche Rebe am Weinstock bleibt und welche nicht – dieses Urteil spricht nur Gott allein. Wir sollten nicht vergessen, dass in uns immer beides ist: Dürres und Grünes, das Frucht bringt. Und denken wir auch daran: nach der Weinlese im Herbst sieht ein Weinstock über den Winter verdorrt aus. Er zieht sich in sich selbst zurück. Das ist notwendig, damit ein neues Aufwachsen im Frühjahr möglich ist. Solch eine Dürrezeit erleben wir in diesen Wochen. Uns fehlt die Lebensenergie, wir fühlen uns wie ausgetrocknet und abgeschnitten. Unsere Landwirte sehen zudem voller Sorge über die Äcker, die ohne Regen keine Frucht bringen können. Jede Krankheit, jede Zeit der Trauer, die uns zugemutet wird, zwingt uns zum innerlichen Rückzug. Wir brauchen unsere Kräfte zum Überleben, wir konzentrieren uns auf das Wesentliche. Dabei wird uns besonders bewusst, wie kostbar unser Leben ist und dass es eben nicht selbstverständlich ist, wenn wir einander begegnen und uns nahe sein können. Wir fragen uns: Wie kann ich mit den Einschränkungen und Schmerzen weiterleben. Was gibt meinem Leben Sinn und wo ist die Quelle meiner Kraft? In jeder Dürrezeit liegt auch die Möglichkeit, sein Leben neu zu ordnen, sich wieder dem zuzuwenden, was mich im Leben trägt. Dabei können wir darauf vertrauen, dass der Weingärtner einen neuen Frühling für uns bereiten wird. Die Zeiten der Dürre und der Fruchtlosigkeit haben nicht das letzte Wort. Das letzte Wort, das über uns gesprochen wird, ist Gottes Wort, das für das Leben eintritt und Neues wachsen lässt.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben – aus diesen Worten können wir die Kraft schöpfen, die wir zum Leben brauchen. Wir tun das am besten dadurch, dass wir bei Jesus bleiben. Allein 12mal kommt das Wort „bleiben“ in diesem kurzen Text vor.

Bleibt in mir – so ruft uns Jesus zu. So sagt es auch im Gebirge der Retter zu dem Bergsteiger, der sich im Fels verstiegen hat: bleibe jetzt hier auf der bergenden Felsplatte, sonst droht der Abgrund. So sagt es das Herz dem verlorenen Sohn nach seiner Rückkehr: Nie mehr meinen, woanders sei mehr Leben und Freiheit als hier im Haus meines Vaters. „Bleib in meinen Armen“ – so sagt es die Mutter ihrem Kind, wenn es in der Nacht Angst hat. „Bleibt bei mir“ – sagt Jesus zu uns. Wo er ist, da ist Leben und da kann ich erfahren, dass mich nichts, was mir geschieht, aus seiner Hand reißen kann. In den Ostertagen bekam ich ein Text zugesandt, der nach den Worten aus dem Römerbrief geschrieben war. Da heißt es: „Denn ich bin gewiss, dass weder ein Virus noch eine andere Krankheit, weder Langeweile noch Einsamkeit, weder soziale Distanz noch Kurzarbeit, weder drohende Insolvenz noch kräfteraubendes Homeschooling, weder große Krisen, Angst, Zweifel noch selbst der Tod mich von Gottes Liebe trennen können.“  – Das Bild vom Weinstock und den Reben lädt uns ein, bei Jesus zu bleiben, gerade jetzt, in dieser schweren Zeit. Ermutigen wir uns gegenseitig, wie Reben am Weinstock zu bleiben. Von ihm bekommen wir die nötige Kraft und den Halt, denn wir jetzt brauchen – und ohne ihn können wir nichts tun. Amen

 

Gebet

Jesus Christus, wir danken dir, dass du uns Menschen treu bleibst. Sowohl im Leid als auch in der Freude bist du bei uns. Wir bitten dich: Bleibe bei unseren Kranken und Trauernden und schenke ihnen Zeichen deiner Nähe und Hilfe. Gib den Mutlosen und Verzweifelten das Vertrauen, dass sich ihr Leben erneuern kann. Steh den Menschen bei in den Krisengebieten dieser Welt, denen, deren Schicksal in den Nachrichten bekannt gemacht wird, aber auch den vielen, die unbeachtet von der Öffentlichkeit im Verborgenen leiden.

Lass uns gerade jetzt die Verbundenheit mit dir spüren und stärke unser Vertrauen, dass du uns gibst, was wir brauchen. In diesem Vertrauen legen wir alles, was uns und unsere Welt bewegt, in deine Hände und beten gemeinsam: Vater unser im Himmel …