Herzlich willkommen bei der Evangelischen Kirchengemeinde Markgröningen!

Wir freuen uns, dass Sie unsere Homepage besuchen.
Auf dieser Seite möchten wir uns Ihnen vorstellen und Ihnen einen Einblick in das Leben unserer Gemeinde geben.

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Wenn Sie mit uns in Kontakt treten möchten, wenden Sie sich bitte per E-mail, Telefon oder persönlich an uns.

Die verschiedenen Ansprechpartner finden Sie unter der Rubrik Kontakt.

Veranstaltungen Oktober bis Dezember 2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Willkommen zum Gottesdienst

Wir freuen uns, zum Gottesdienst um 10 Uhr in die Bartholomäuskirche einladen zu können.

Das vorgeschriebene Infektionsschutzkonzept, das der Kirchengemeinderat am 20.10.2020 für die Bartholomäuskirche beschlossen hat, beinhaltet folgende Punkte

  1. Ausgehend von einem Mindestabstand von zwei Metern um einen Sitzplatz in der Kirche/dem Gottesdienstraum wird eine Personenhöchstzahl von 83 Personen festgesetzt. Wer im gleichen Haushalt lebt, kann ohne Abstand nebeneinander sitzen. Die absolute Gesamtzahl beträgt 120 Personen.
  2. Die belegbaren Sitzplätze sind durch Schilder auf den Plätzen gekennzeichnet. Die Plätze sind nummeriert.
  3. Der Einlass ist wie folgt organisiert: Der Eingang ist möglich über die Westseite (Hauptportal) und über die Südseite (barrierefreier Eingang). Vor den Eingängen zeigen Bodenmarkierungen 2 Meter Abstand an. An den beiden Eingängen steht jeweils ein Ordner. Wer durch den Westeingang die Kirche betritt, wählt einen Sitzplatz in der hinteren Hälfte der Kirche oder wenn geöffnet auf der Empore. Wer durch den Südeingang die Kirche betritt, wählt einen Sitzplatz in der vorderen Hälfte der Kirche.
  4. Der Ausgang ist wie folgt organisiert: Die Besucher*innen werden aufgefordert, den Ausgang zu benutzen, zu dem sie hereingekommen sind. Die Kirche wird Bankreihe für Bankreihe verlassen, beginnend mit den Bankreihen, die den Ausgängen am Nächsten sind.
  5. Den Ordnungsdienst nehmen wahr: Hausmeister des Gemeindehauses/Mesner sowie KGR-Mitgli
  6. Der Ordnungsdienst sorgt durch freundliche Hinweise am Eingang dafür, dass nur Personen, die in einem Haushalt zusammenleben, den Mindestabstand von zwei Metern unterschreiten können. Hinweise zu diesem Verfahren werden auch im Amtsblatt vorab veröffentlicht.
  7. Desinfektionsmittel stehen bereit vor dem Westeingang und vor dem Südeingang. In den Toiletten werden Handwaschmittel in ausreichender Menge sowie nicht wiederverwendbare Papierhandtücher vorgehalten.
  8. Türklinken, Bänke, Stühle, Mikrofone und andere Kontaktflächen sowie die Sanitäranlegen im Pfarrhaus I (Brenzzimmer) werden vor Beginn des Gottesdienstes und im Anschluss an den Gottesdienst durch den Mesner / die Mesnerin desinfiziert.
  9. Es darf nur mit Mund-Nasen-Schutz gesungen und gemeinsam gesprochen Ab einer amtlichen Feststellung von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Personen innerhalb einer Woche darf nicht gemeinsam gesungen werden.
  10. Zur Nachverfolgung etwaiger Infektionsketten wird ab einer amtlichen Feststellung von 50 Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Personen folgende Vorkehrung getroffen:

Auslegen von Zetteln und Stiften zum Eintragen des Namens an allen Plätzen sowie Aufstellen einer Box zum Einwerfen dieser Zettel

  1. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist verpflichtend für das Ankommen und Verlassen der Kirche. Wenn im Sitzen Abstand zu nicht im gleichen Haushalt lebenden Personen besteht, kann die Mund-Nasen-Bedeckung abgenommen werden. Ab einer amtlichen Feststellung von 50 Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Personen ist das durchgehende Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung während des ganzen Gottesdienstes verpflichtend.
  2. Auf der Empore sind neben dem Organisten 13 Plätze vorgesehen, sofern die Besucherzahl die Öffnung der Empore erfordert. Zugang erfolgt über Kirchturmseite, Abgang über Stadtturmseite.
  3. Folgender Platz für einen Solisten ist ausgewiesen: Neben dem Altar beim Taufstein (Sitzplatz: Chorgestühl)
  4. Abendmahlsfeiern sind in der Form eines „Wandelabendmahls“ nach den Richtlinien der Evang. Landeskirche Württemberg möglich.
  5. Es wird ab 30 Minuten vor Beginn eines Gottesdienstes nicht mehr geheizt, um Luftbewegungen im Raum zu reduzieren.
  6. Diensthabende Pfarrerin / diensthabender Pfarrer ist am: 25.10.20 Pfarrer i. R.  Horn
  7. Die Rundschreiben des Oberkirchenrats vom 30. April 2020 (AZ 50.10-03-V14 1.1) und vom 2. Juli 2020 (AZ 50.10-03-V27/1.1) sowie die Hygienehinweise für Gottesdienste sind beigefügt und Grundlage dieses Konzepts.
  8. Auf dieses Konzept, das über die Homepage allgemein zugänglich ist, wird im Amtsblatt und auf andere geeignete Weise regelmäßig hingewiesen.

Weiter gilt: Die Toiletten im Pfarrhaus I (Bereich Brenzzimmer) können einzeln genutzt werden. Ein Schild „Belegt“ / „Offen“  an der Außentür soll bei Eintritt auf „Belegt“ gedreht werden und bei Verlassen des Hauses auf „Offen“ zurückgedreht werden. Seife und Einmalhandtücher stehen zur Verfügung. Das Schild soll möglichst nicht mit bloßen Händen, sondern mit Handschuhen / durch einen Stoff angefasst werden. Zudem wird es regelmäßig desinfiziert.

Wir bitten besonders beim Ankommen und Verlassen der Kirche um das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Bringen Sie einen Mund-Nasen-Schutz selbst mit, einige Einweg-Masken liegen zur Sicherheit an den Eingängen bereit.

Die Bartholomäuskirche ist auch nachmittags geöffnet: Sonntags von 14-17 Uhr und werktags von 14-16 Uhr.

Ab 1. November ist die Kirche nur noch am Sonntag geöffnet.

Bitte beachten Sie die Hygiene-Regeln.

Auf den folgenden Seiten können Sie die Predigten nachlesen.

 

Wir freuen uns, dass auch die Kinder wieder miteinander Gottesdienst feiern.

Jeden Sonntag, um 10 Uhr, im Gemeindehaus (Kirchplatz 8).

Herzlich willkommen!

 

 

 

Predigten September bis Oktober 2020

Predigt am 25.10.2020 von Pfr.i.R. Hans-Jürgen Horn in der Bartholomäuskirche Markgröningen

 

Text: Eph4-22-32

Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen, und gebt nicht Raum dem Teufel. Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören. Und betrübt nicht den heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung. Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

 

Liebe Mitchristen,

es gibt Filmhandlungen, die folgendermaßen »gestrickt« sind: Die Mitarbeiterin eines großen Chefs, unscheinbar gekleidet, unscheinbar auch in ihrer Wirkung, wird von ihrem Chef irgendwann auch als Mensch entdeckt. Er verliebt sich in sie, die beiden werden ein Paar, und man erkennt in den Filmbildern die Frau kaum wieder: Ihr Aussehen hat sich verwandelt. Sie ist anders geworden. Man erkennt jetzt ihre Schönheit und glaubt ihr Glück. – Wenn man sich überlegt, wie der Film diese Veränderung geschafft hat, kommt man schnell auf die Kleidung. Der »Kleiderwechsel« hatte einen erheblichen Anteil an der anderen Wirkung der Darstellerin. Man kann an dieses Filmmuster denken, wenn man hört:

»Zieht den neuen Menschen an … «. Legt den alten ab, wie man ein zerschlissenes oder unvorteilhaftes Kleidungsstück ablegt. Zieht den neuen Menschen an wie ein Gewand, das verändert – nicht nur im Aussehen, sondern wirklich. Die Kleidung im Film soll ja auch eine wirkliche Veränderung erkennbar machen: Die Frau ist glücklich; sie wird geliebt. So ähnlich ist es beim »Gewand«, das wir als Christen angezogen haben und mit dem wir uns immer wieder neu kleiden können. Es ist das Gewand, das uns Gottes Liebe reicht. Wir sind von ihm geliebt. Wir gehören zu ihm und werden von ihm auch in Anspruch genommen. Die ersten Christen wurden bei der Taufe untergetaucht – zum Zeichen, dass nun der alte Mensch tot ist, »abgelegt« worden die alten, zerschlissenen Kleider, die der Täufling vor der Taufe getragen hatte. Nach der Taufe bekam der Täufling ein neues, reines, weißes Kleid zum Zeichen, dass für ihn ein neues Leben begonnen hat. Er ist geliebt und wird gebraucht. Der Kleider-wechsel bedeutet also: Ich bin Gott recht, weil er mich liebt. Ich gehöre zu ihm. Ich werde gebraucht und soll mich nun auch in Anspruch nehmen lassen.

Auch uns heute begegnen momentan mehr Aufforderungen als sonst: Abstand halten, Maske tragen, lüften, Kontakte reduzieren, nicht reisen. Und sie sind verbunden mit der Angst vor den steigenden Infektionszahlen. Werden die Schulen und Kindergärten wieder schließen müssen, werde ich mich anstecken? Was wird aus meinem Arbeitsplatz? Wie geht es den Kindern? Was feiere ich noch? Wo gehe ich noch hin, wo nicht? Das sind momentan die alltäglichen Fragen. Und ich glaube die meisten hier sind zugänglich für die Aufforderung Rücksicht zu nehmen und sich vorsichtig zu verhalten.

Man kann, was hier im Epheserbrief an Beispielen genannt wird, auch auf dem Hintergrund einer Frage verstehen, wie sie Bertolt Brecht in einem seiner Gedichte stellt: »Wie handelt man, wenn man euch glaubt, was ihr sagt?« Wie handeln wir als Christen glaubwürdig? Betrachten wir die Beispiele:

I. Lasst das Lügen, sagt die Wahrheit: Dass wir einander offen ins Gesicht lügen das ist ja zum Glück die Ausnahme. Und wenn wir je so lügen, dann soll uns unser Gewissen keine Ruhe lassen, bis wir die Unwahrheit aus der Welt geschafft haben, auch wenn es uns schwerfällt. Heute wird uns gesagt: Lasst das Lügen, sagt die Wahrheit! Ihr gehört doch zusammen. – Warum lügen wir? Oft aus Angst. Meist, um nicht schlecht dazustehen. Manchmal, um etwas oder jemanden nicht zu verlieren. Sie wissen ja was, für Beine Lügen haben: Lügen haben kurze Beine. Sie scheinen nur aus einer Verlegenheit zu helfen. Sie zerstören immer Vertrauen, untergraben die Verlässlichkeit, ohne die menschliche Beziehungen nicht möglich sind; sie machen das Miteinander schwer oder unmöglich. Das ist in allen menschlichen Beziehungen so. Auch das Klima in der Öffentlichkeit vergiften sie. Wenn sich etwa Bürger belogen fühlen, verlieren sie das Vertrauen in die Politik und werden verdrossen. Politik ohne Wahrhaftigkeit macht sich selbst unmöglich. Wahrhaftigkeit ist darum ein Wesenszug guter Politik, gerade auch in schwierigen Corona-Zeiten mit schwierigen Entscheidungen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                           II. Dem Zorn Grenzen setzen: Oft ist es ganz verständlich, sich zu ärgern. Es gibt einen berechtigten Zorn. Den müssen wir nicht hinunterschlucken. Ein solches Leiden, etwa wenn man uns ungerecht behandelt, will Gott nicht. Deshalb muss manchmal sogar Zorn sein. Doch dann sagt die Bibel in großer Weisheit: „Zürnt nicht!“. Der Zorn, der Wutausbruch ist meistens die letzte unserer Reaktionen: Gefühlsbeladen explodieren wir. Und warum? Weil wir es meistens versäumt haben, ruhig und geduldig miteinander zu reden, und vor allem: weil wir nicht bereit waren, zuerst einmal auf den anderen Menschen zu hören und uns zu fragen: Was will er mir denn eigentlich sagen? Natürlich spielt unser Temperament eine Rolle. Wer ein ruhiges Temperament hat, dem fällt es leichter, zuerst zu schlucken und dann zu reden. Andere haben eine schnellere Art, sie sind schnell aufgebracht und gleich aufbrausend. Aber wir können auch hier an uns arbeiten. Der oft gehörte Satz: „So bin ich halt!“ passt nicht in unseren Mund. Und wenn wir es mit Menschen zu tun haben, die ein heftiges Temperament haben, dann können wir das doch gleich in Rechnung stellen und es nicht so tragisch nehmen, wenn der andere einmal aufbraust; er meint es ja meistens gar nicht so.

Eines ist uns allen klar: ein ungerechtfertigter und unnötiger Zornausbruch kann unsere Seelen verhärten und unser Zusammenleben vergiften. Es hat keinen Sinn, dass wir uns über die anderen aufregen, die sich nicht an die Regeln halten. Und dass wir wütend auf die werden, die leugnen, dass das Virus gefährlich ist. Viele tun das, weil sie die Wahrheit nicht aushalten und im Untergrund furchtbare Angst haben. Manche sicher auch, weil sie nicht weiter nachdenken und es unbequem finden, sich irgendwie einschränken zu lassen und andere, weil sie die Demokratie in Gefahr sehen. Warum auch immer sie das tun. Wir können es nicht ändern. Wir dürfen es uns heute ruhig einmal sagen lassen: Der neue Mensch gewinnt Gestalt, indem wir nicht zürnen – Und wenn wir uns über die unvernünftig Handelnden aufregen, lassen wir uns nur selbst aus der Ruhe und Besonnenheit bringen, die wir gerade dringend brauchen. Damit wir einander zu hören und der Streit wieder aufhört und zu einem neuen Miteinander führt. »Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen“ – das ist eine gute Regel, nicht nur für Eheleute. Es ist gut, wenn der Friede der Nacht zu einem neuen Anfang am Morgen führt. Es ist schlimm, wenn die Zeit den Graben zwischen Menschen immer breiter macht und ein Brückenschlag immer weniger möglich wird. Menschen, die geliebt sind und gebraucht werden, sollen das nicht zulassen. Versöhnung und neue Anfänge können ihnen gelingen.

III. Kein faules Geschwätz auf eurer Zunge: Auch törichtes und böses Geschwätz stört die Gemeinschaft. Das Gegenteil sind Worte, die stärken, aufbauen, helfen, die dem Zusammenleben dienen. Geschwätz kann viel Unheil anrichten. Da macht jemand eine Bemerkung, denkt sich vielleicht nicht einmal viel dabei. Jemand anderes nimmt sie auf, trägt sie weiter, vergröbert sie. Die Geschichte macht die Runde, gelangt schließlich wieder zu dem Menschen, von dem die Rede war und verursacht schwere Verletzungen. Wir kennen das alle. Es ist gut, wenn man angesichts solcher Mechanismen mit der Wahrheit von Wilhelm Busch lachen kann: »Wenn alles sitzen bliebe, was wir in Hass und Liebe so voneinander schwatzen, wenn Lüge Haare wären, wir wären rau wie Bären und hätten keine Glatzen!«  Wenn ich in mich hineinhöre, spüre ich Unsicherheit, darüber, was noch geht und was richtig ist, das führt bei mir dazu, dass ich gereizter bin und ich bin weniger entspannt. Und bin nicht immer imstande gütig und barmherzig mit anderen umzugehen. Und ich werde schneller zornig. Und momentan bin ich nicht die einzige, der es so geht.   Das ist nicht gut. Denn gerade jetzt, wo die Infektionszahlen steigen, ist es wichtig, dass wir zusammen halten, dass wir uns alle an die Regeln halten und uns gegenseitig darin bestärken. Momentan brauchen wir Leute, die vernünftig handeln und Einsicht zeigen. Und Unsicherheit und Angst sind da nicht hilfreich.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 IV. Vergebt einander!: Es fällt uns nicht leicht, einem anderen Menschen zu vergeben, der uns gekränkt oder schwer beleidigt oder gar übel mitgespielt hat. Wir wissen aber auch, wie gut das tut, wenn uns ein Mensch sagt: Das ist jetzt vorbei, es ist reiner Tisch zwischen uns; was war, soll uns nicht mehr belasten; wir fangen miteinander neu an. Wo vergeben wird, ohne große Worte und ohne großes Theater, da öffnen sich die Herzen. Und es öffnen sich neue Wege; da fällt einem eine Last von den Schultern, man kann wieder aufatmen. Dieses Geschenk dürfen wir einander machen! Wir müssen uns nicht daran beteiligen, dass unser menschliches Zusammenleben immer mehr vergiftet wird. Ein Beispiel: Frau Meier will Frau Müller über Herrn Huber erzählen, wie der neulich … und überhaupt. Da fragt Frau Müller zurück: „Ist‘s was Gutes, was Sie mir erzählen wollen?“ „Im Gegenteil“ grinst Frau Meier. „Ist notwendig, dass ich davon weiß?“ fragt Frau Müller und Frau Meier gibt zu: „Das grad nicht unbedingt.“  Und auch die Frage, ob‘s denn Segen brächte, was sie zu erzählen weiß, kann Frau Meier nicht bejahen. „Dann muss ich es nicht wissen“ antwortet Frau Müller.
So zu fragen und zu prüfen, das ist der vierte Rat, den uns der Text aus dem Epheserbrief gibt: Andere herabsetzen oder verächtlich über sie reden. Dabei müssen wir nicht mitmachen. Weil wir neue Menschen sind, können wir zwischen die Fronten treten, ausgleichen und vermitteln. So zeigen wir die Vergebung, die uns geschenkt ist. Wir wissen um die Versöhnung. Wir kennen Gottes Hand, die sich uns entgegenstreckt. Eben diese Gebärde der ausgestreckten Hand braucht es auch in unserem Zusammenleben. Da sollen wir nichts auf die lange Bank schieben. Manchmal kann schon eine Nacht zu lang sein, die wir verstreichen lassen, ohne uns zu versöhnen.

Das wärmende Kleid der Liebe Gottes gibt uns den Halt und die Energie, dass wir von neuem aufeinander zugehen und Wege zueinander suchen. Der neue Mensch, der wir schon sind, gewinnt Gestalt, indem wir die Wahrheit sagen, nicht zürnen, kein faules Geschwätz in die Welt bringen und einander vergeben. Heute ist es Zeit, um die Kraft des Heiligen Geistes zu bitten. Wir brauchen den Heiligen Geist, damit wir unseren Ärger über die, die sich nicht an die Regeln halten und alle gefährden, überwinden. Wir brauchen den Heiligen Geist, damit wir barmherzig mit den anderen umgehen, damit wir und sie sich entspannen können. Und wir brauchen den heiligen Geist, damit wir freundlich das tun können, was jetzt gerade dran ist. Damit wir und die anderen gut durch diese schwierigen Zeiten kommen, und damit wir es schaffen zusammen zu halten und uns umeinander zu kümmern.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus zum ewigen Leben! Amen.

 

 

Predigt zum Erntedankfest am 4. Oktober 2020 von Pfarrer Michael Güthle, Bartholomäuskirche Markgröningen                           

 

Text: Markus 8, 1-9, Die Speisung der Viertausend

Zu der Zeit, als wieder eine große Menge da war und sie nichts zu essen hatten, rief Jesus die Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Mich jammert das Volk, denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie hungrig heimgehen ließe, würden sie auf dem Wege verschmachten; denn einige sind von ferne gekommen. – Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hier in der Einöde, dass wir sie sättigen? Und er fragte sie:  Wie viele Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben.- Und er gebot dem Volk, sich auf die Erde zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, dass sie sie austeilten, und sie teilten sie unter das Volk aus. Sie hatten auch einige Fische; und er sprach den Segen darüber und ließ auch diese austeilen. Und sie aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrigen Brocken auf, sieben Körbe voll. Es waren aber etwa viertausend; und er ließ sie gehen.

 

Liebe Gemeinde,

wenn wir heute solch ein Wunder vollbringen könnten, dann würden alle Menschen satt und keiner müsste Hunger leiden. Hunger ist die Urbedrohung des Menschen. Noch immer sterben Menschen, weil sie nichts zu essen haben. Nur noch wenige Ältere erinnern sich an Zeiten, in denen ein Stück Brot eine Kostbarkeit gewesen ist. Wir leben noch immer unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie, doch viele Menschen sagen mir: „Bei allen Einschränkungen, die wir haben, müssen wir nicht hungern. Wir können alle Nahrungsmittel kaufen, die wir brauchen, das sollte doch dankbar geschätzt und nicht als selbstverständlich wahrgenommen werden.“

Zudem erinnert uns das Erntedankfest daran, dass wir nach wie vor auf unsere Landwirte angewiesen sind. Ohne sie wären die Regale in den Kaufläden nicht voll. Die grünen Kreuze auf den Feldern wollen ebenfalls ein Zeichen sein, den Bauernstand nicht zu vergessen. Schließlich haben die Landwirte in den letzten Jahren nicht nur mit der zunehmenden Trockenheit zu kämpfen, sondern auch mit politischen Vorgaben und gesellschaftlicher Missachtung. Immer weniger Menschen haben noch einen Bezug zur Landwirtschaft.

Schließlich erinnert uns das Erntedankfest daran, dass wir bei allem, was wir selber tun können, von Gott dem Schöpfer abhängig sind. Er lässt die Sonne scheinen, er schickt den Regen und er schenkt Wachstum und Gedeihen. Vieles haben wir Menschen nicht in unserer Hand. Und so gehört es auch zum Erntedanktag, einmal grundsätzlich darüber nachzudenken, über was alles wir dankbar sein können. Das ist ein gutes Gegengewicht zu den täglichen Sorgen und Klagen.

Sehen wir uns nun diese wunderbare Geschichte, die Markus erzählt, genauer an. 4000 Menschen werden satt. Sie zehren von dem, was die Jünger zusammengetragen haben:

7 Brote und einige Fische. Dieses Wenige genügt und es bleiben sogar noch sieben Körbe mit Brotbrocken bleiben übrig. Im Hintergrund hören wir den alten Vers aus Psalm 23 mit. „Du bereitest vor mir einen Tisch … und schenkest mir voll ein“.

Die Erzählung beginnt damit, dass Menschen Jesus folgen, weil sie spüren, bei ihm finden sie Worte von Gott, die ihrer Seele guttun und die ihnen den Sinn des Lebens aufschließen. Sie folgen Jesus, weil sie ahnen, dass der Mensch nicht aus eigener Kraft leben kann. Darum gehen sie sogar in die Wüste, gehen weg von den bewohnten Orten, wollen sich nicht ablenken lassen, sondern sich allein auf die Botschaft von Jesus konzentrieren. Und ausgerechnet da, wo sie nach Gottes Wort hungern, befällt sie ein irdischer Hunger. Dort wo sie Gott suchen, spüren sie den Hunger des irdischen Lebens. Jesus gibt denen, die nach dem Brot des Lebens suchen, auch das tägliche Brot. Die Sorge um die Seele der Menschen und die Sorge um das leibliche Wohlergehen gehören zusammen. Nicht umsonst sagen wir: Essen hält Leib und Seele zusammen.

Und so gehört es zur Kirche von Anfang an dazu, dass sie sich nicht nur um das Seelenheil kümmert, sondern auch um das Wohlergehen der Menschen. Kranke werden gepflegt, Flüchtlinge aufgenommen, Hungrige gespeist, Bedürftige bekleidet, Traurige getröstet und Arme unterstützt. Eine christliche Gemeinde darf sich nicht um sich selber drehen, sondern sie wird ermutigt, für andere da zu sein. Christen schicken Menschen nicht weg, die in Not geraten. Sie verschließen sich nicht vor deren Leid, sondern lassen sich davon anrühren. Eben in dem Sinne, wie es Jesus hier ausspricht:  Mich jammert das Volk – sagte er. „Es geht mir nahe, dass sie 3 Tage lang fast nichts gegessen haben. Ich sehe ihre Lage und will ihnen helfen.“

Manchmal geht es uns dabei so, wie den Jüngern. Sie bezweifeln, dass ihre Möglichkeiten ausreichen, um zu helfen. Sie fragen Jesus: Woher nehmen wir Brot hier in der Einöde, dass wir sie sättigen. Unsere Möglichkeiten zur Hilfe sind doch klein. Wir können doch nicht die Not aller Menschen lindern.

Jesus lenkt unseren Blick als Erstes nicht auf das, was uns fehlt und was wir als Mangel betrachten. Er fordert uns auf, das zu sehen, was wir haben und was auch in uns steckt. Wir sollen unsere eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten entdecken. Dieser Hinweis gilt besonders auch für ältere Menschen, die merken, wie manches nicht mehr so geht wie früher und darüber ins Jammern kommen. Seht auf das, was noch möglich ist. Freut euch an den Blumen, an der Musik, an den kleinen Dingen, die ihr noch tun könnt. Seht auf das, was euch im Leben gelungen ist, wieviel euch geschenkt wurde, an Zuneigung und treuen Wegbegleitern. Seht, wie ihr versorgt werdet, wie ihr ein Dach über dem Kopf habt und das Notwendige zum Leben. Nehmt das wahr, was euch gegeben ist. Ihr steht auf keinen Fall mit leeren Händen da.

Das Wunder der Brotvermehrung beginnt nun damit, dass Jesus den Blick hinauf zum Himmel richtet. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, dass sie sie austeilten und er sprach den Segen über die Fische und ließ auch diese austeilen.

Gott selber ist es, der aus wenig viel machen kann. Keiner braucht seine Gaben gering zu schätzen und zu meinen, er habe oder könne weniger als andere. Denn vor Gott sind wir alle bedürftig. Was ihr Menschen braucht, das bekommt ihr, sagt Jesus. Das, was uns Gott gibt genügt, um etwas daraus machen zu können. Nicht weil unsere Kraft so groß ist, sondern weil Gott unser Tun gesegnet hat. Ermutigen wir uns also untereinander, nicht nachzulassen in der Hilfe für den Nächsten und das zu teilen, was wir haben. Jede und jeder kann nach seinen Möglichkeiten einen Beitrag dazu leisten. Wir müssen nicht die Welt retten, sondern können mit Gottvertrauen das tun, was uns möglich ist. Auch die kleinen Schritte sind wichtig.

Das Gelingen liegt nicht in unserer Hand, sondern am Segen, den Gott dazu schenkt. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, wieso in dieser Wundergeschichte von den Reaktionen der Menschen nichts erzählt wird. Wir erfahren nicht, wie sie dieses Wunder erlebt und ob sie dafür Jesus gedankt haben. Es heißt nur: Sie aßen und wurden satt … und er ließ sie gehen.

Unser Blick wird allein auf Jesus gerichtet. Er ist es, der redet und handelt. Er ist es, der für die Menschen sorgt und den Hunger stillt.

Liebe Gemeinde,

ein Wunder können wir nicht vollbringen – wir können die Hungrigen dieser Welt nicht alle satt machen. Aber wir können unsern Beitrag dazu leisten, die Not zu lindern und nach gerechten Lösungen zu suchen. Wir können das tun, was uns möglich ist. Und wir können dankbar sein, für all das, was uns Gott zum Leben schenkt, so dass wir immer wieder ernten dürfen.

Das Wunder der Brotvermehrung geht in diesem Sinne weiter. Zugleich können wir gewiss sein, dass Gott genau sieht, wie es jeder und jedem von uns geht. Keiner soll auf dem Wege verschmachten. Wir bekommen von Gott die Wegzehrung, die wir brauchen, denn jede und jeder von uns soll wohlbehalten nach Hause kommen.

Amen.

 

Lied 508: Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand …

 

 

Predigt am 16. Sonntag nach Trinitatis (27.9.2020) von Prädikantin Gertrud Kurrle in der Bartholomäuskirche Markgröningen.

Text: 2. Timotheus 1,7-10

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen. Amen

 

Ihr Lieben,

in Florenz in der Kirche Santa Maria Novella befindet sich ein berühmtes Fresko v. Masaccio (gemalt 1425-1428). Es zeigt den gekreuzigten Christus (bzw. die Dreieinigkeit) über einem Sarkophag. Über dem Sarg steht der Spruch: Ich war, was du bist; du wirst sein, was ich bin! Das deutet an: der Mensch ist Vergänglichkeit! Das ist unsere Zukunft!

In Hebr. 9,27 steht: Es ist den Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach das Gericht.

Viele Menschen haben Angst davor. Aber das geben sie nicht zu. Stattdessen flüchten sie sich in den Pragmatismus: Seebestattung, Lieder… alles wird schon zu Lebzeiten mit dem Bestattungsinstitut besprochen. – Doch eigentlich ist dies eine Flucht, eine Verdrängung.

Das haben wir Christen nicht nötig, denn wir haben eine frohe Botschaft! Christus hat dem Tod die Macht genommen!

Wir wollen den Abschnitt betrachten, in dem dies steht, und was Paulus außerdem noch an seinen geistlichen Sohn Timotheus schrieb:

 

Wir lesen 2. Tim 1,7-10 nach der neuen Genfer Übersetzung:

7 Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Ängstlichkeit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. 8 Bekenne dich daher ohne Scheu zu unserem Herrn, und schäme dich auch nicht, zu mir zu stehen, nur weil ich ein Gefangener bin – ich bin es ja um seinetwillen! Sei vielmehr auch du bereit, für das Evangelium zu leiden. Gott wird dir die nötige Kraft geben.  9 Er ist es ja auch, der uns gerettet und dazu berufen hat, zu seinem heiligen Volk zu gehören. Und das hat er nicht etwa deshalb getan, weil wir es durch entsprechende Leistungen verdient hätten, sondern aufgrund seiner eigenen freien Entscheidung. Schon vor aller Zeit war es sein Plan gewesen, uns durch Jesus Christus seine Gnade zu schenken, 10 und das ist jetzt, wo Jesus Christus ´in dieser Welt` erschienen ist, Wirklichkeit geworden. Er, unser Retter, hat den Tod entmachtet und hat uns das Leben gebracht, das unvergänglich ist. So sagt es das Evangelium,

  1. Der starke Trost: die Überwindung des Todes durch das Evangelium

Der Blick auf Christus lässt uns überwinden. Das will uns Masaccio predigenSo ermutigt Paulus seinen geistlichen Sohn Timotheus. Es sind schwere Zeiten. Als Nachfolger Jesu hatte es Paulus nicht leicht. Er war im Gefängnis in Rom, er war allein, seine Mitarbeiter hatten ihn alle verlassen. Und er erwartet seine baldige Hinrichtung; die Verfolgung durch Kaiser Nero liegt schon in der Luft. Wie reagiert Paulus? Mit Resignation? Mit Gejammer? NEIN! Sondern er sagt: Jetzt erst recht! Paulus weiß, woher sein Trost kommt. So sollen auch Timotheus und wir wissen, woher wir Trost bekommen! Der zweite Brief an Timotheus ist sein Vermächtnis. Timotheus hatte eine schwere Aufgabe vor sich. Er soll die Verantwortung für die Gemeinden des Paulus übernehmen. Das sind ziemlich große Fußstapfen. Timotheus scheint ein eher zurückhaltender Mensch gewesen zu sein, nicht so forsch wie Paulus. Und außerdem ist er jung! Da könnte ihn leicht die Angst überwältigen. Sorgenvolle Ängstlichkeit könnte ihn leicht lähmen. Taktieren könnte sein ganzes Wirken nutzlos machen. Wie ist das möglich, angesichts solch schwieriger Zeiten besonnen zu bleiben? Wie kann er es schaffen, kraftvoll und vernünftig zu handeln und sich nicht anstecken zu lassen von der allgemeinen Feigheit, die uns Menschen doch so nahe liegt?

  1. Gottes Geist gibt Kraft statt Ängstlichkeit und Zeugnis statt Scham

Einzig und allein durch den Geist Gottes. Ich liebe dieses Mut machende Wort: Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Ängstlichkeit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Luther übersetzte: Geist der Furcht – den können wir mit Christus überwinden!

Wir überwinden WEIT durch den, der uns geliebt hat (Rö 8,37) Diese Ängstlichkeit kommt oft daher, dass wir es den Menschen recht machen wollen. Aber Menschenfurcht wird durch Gottesfurcht überwunden! Wer sein Leben in Jesu Hand gelegt hat, bekommt alles, was er zum Leben braucht durch den Heiligen Geist. In diesem Wort liegt Dynamit = Sprengkraft. Das gibt Kraft zum Überwinden! Das griechische Wort für Kraft steckt in dem Wort Dynamik.

Der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit bezieht seine Energie aus der Tatsache, dass Jesus dem Tod die Macht genommen hat und das Leben gebracht hat, das unvergänglich ist. Jesus hat durch seinen Gehorsam dem heiligen Gott gegenüber das vollbracht, nach dem sich jeder Mensch in der Tiefe seiner Seele sehnt: Leben, das nicht hilflos der Macht des Todes ausgeliefert ist. Leben, das die Gewissheit in sich trägt: Der Tod ist für mich eine vorübergehende Erscheinung, weil mich mein Gott auferwecken wird zu einem Leben in seiner Gegenwart, in der Gegenwart dessen, der mich liebt.

Ich kam mit einer jungen Frau ins Gespräch über den Tod. Sie staunte, dass ich so gewiss sein konnte. Diese Gewissheit ist nicht meine Einbildung, sondern von Gott in seinem Sohn geschaffene Realität. Kein Mensch hätte sich das ausgedacht, dass die Welt durch das Leiden und Sterben des Gottessohnes erlöst werden muss vom Fluch des Todes und der Sünde. Aber Gott hat der Menschheit in Christus Jesus die Befreiung von diesem Fluch geschenkt. In der Auferstehung Jesu hat er das Leben ans Licht gebracht. Nichts und niemand kann dieses Licht mehr auslöschen. Nicht der in sich selbst verliebte Kaiser Nero, der das Christentum ausrotten möchte. Nicht der bevorstehende Tod von Paulus.

Im Gegenteil, der Abschied von dieser Erde bringt Paulus eine verdiente Ruhepause (siehe Daniel 12,13). Nach dieser Ruhepause wird ihn dann sein Herr auferwecken zu einem Leben im Licht, mit dem keine Schönheit dieser Erde mithalten kann.

Ein großer Trost für jeden, der müde geworden ist durch die Hektik des Lebens. Wenn ihn sein Herr aus diesem Leben nimmt, dann darf er zunächst einfach einmal ausruhen, in der Gewissheit, dass er mit Freuden auferstehen wird.

Was für ein starker Trost für jeden Nachfolger Jesu in der Mühle des Alltags:

Hier schon dürfen wir in der Kraft des auferstandenen Christus leben. Das macht frei von allem, was uns Angst einjagen möchten. Das macht frei, damit ich ehrlich wahrnehmen kann, was in dieser Zeit um mich herum vorgeht. Da muss ich mich nicht manipulieren lassen, weder von Schönrednern noch von Schwarzsehern. Da kann ich helfen, dort, wo mich mein Herr hinstellt: als Student, Arzt, Lehrer oder Beter. Dabei kann ich das tun, was meine Kräfte erlauben, und das andere getrost beiseitelassen. Gerade unsere Zeit braucht Christen, die sich nicht gleichschalten lassen, sondern sich nicht schämen, zu bekennen:

Es gibt Rettung für diese Welt und für diese Menschheit. Diese Rettung hat den Namen Jesus Christus. Sie ist ein unverdientes Geschenk! Es ist allein Gnade, allein Christus, allein die Bibel, allein der Glaube – so hat es Luther auf den Punkt gebracht.

Die Initiative geht von Gott aus. Schon bevor er d Erde geschaffen hat, hat er an dich und mich gedacht. – Ist das nicht gewaltig?!

Da bleibt mir nur, dass ich bekenne: Christus hat mich gerettet und ich habe darauf gehört und es an mich herangelassen. Durch Christus habe ich Anschluss an jene göttliche Dynamik, die Jesus zum Sieger über den Tod gemacht hat. Dieser göttlichen Kraft vertraue ich mich ganz und gar an. Diese Dynamik bringt Gottes Plan zum Ziel. So wie der Saft im Weinstock die Trauben heranwachsen und reifen lässt.

Der große Trost ist, dass Gott uns sterbliche Menschen nicht dem Tod überlässt, sondern ewiges Leben gibt. Dieses Leben ist hier und heute schon real, überall dort, wo Jesus Raum gewinnt bei einem Menschen. Das gilt jedem, egal wie er sich fühlt. Egal in welcher Lebenssituation du gerade bist, ob du krank bist, oder vor Lebensenergie strotzt. Ob du dich freuen kannst an all den Schönheiten der Natur, oder ob du niedergedrückt bist vom Unfrieden und der Zerrissenheit in unserer Welt. Und selbst wenn dich manche Sorge um die Zukunft drückt, gilt dir Gottes Zusage.

Als Nachfolger Christi darfst du geborgen sein in Gottes Möglichkeiten. Alle menschlichen Möglichkeiten enden an der Todesgrenze. Der mächtigste Mann wird ein Nichts, wenn er sterben muss Die begabteste und gefeiertste Künstlerin kann ihre Kunst nicht genießen, wenn sie sterben muss.

Wer sich zu Jesus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen bekennt, macht die Erfahrung, dass er hineingenommen wird in eine Wirklichkeit, die tiefer und weiter geht als unser begrenzter menschlicher Horizont.

 

  1. Durchs Mit-Leiden zur Herrlichkeit

Paulus fordert seinen geistlichen Sohn auf: Sei vielmehr auch du bereit, für das Evangelium zu leiden. Leiden ist ein wichtiges Thema für Paulus. (Vergleiche Römer 8!) Nicht nur, weil er selbst körperlich leidet und im Gefängnis sitzt; sondern weil er weiß, wie schnell wir alle versuchen, dem Leiden möglichst aus dem Weg zu gehen, oder das Leiden so schnell wie möglich auszuschalten. Seine Leiden sind nicht ein unliebsamer Zwischenfall, den er möglichst rasch wieder abschütteln möchte. Gerade in seinem Leiden erkennt er, dass er seinem Herrn besonders nahe ist. Es sind nicht seine Widersacher, die ihm das Leiden zufügen, sondern sein Herr leitet ihn in allen Dingen. Er bleibt Eigentum Jesu.

Und er ermutigt Timotheus, sich nicht irreführen zu lassen, sondern klar dabei zu bleiben, auch wenn er, Timotheus, ins Leiden kommen sollte, so ist und bleibt er Jesu Eigentum.

Das Leiden ist kein Erweis von Gottes Ohnmacht, als könnte er seine Leute nicht vor dem Leid schützen. Vielmehr offenbart sich gerade darin Gottes Stärke, dass er seine Leute durch Verfolgung und Leiden führt und           dennoch der Sieger ist und seinen Plan vollenden wird.

Jesus steht dem Leidenden zur Seite und gibt ihm die Kraft, das Leiden durchzustehen.

Diese urchristliche Erfahrung ist vielen von uns fremd geworden. Und doch ist sie Lebenswirklichkeit bei vielen Christen rund um den Erdball. Mit diesen leidenden Christen verbindet sich Jesus als der leidende und gekreuzigte Heiland.

In den Augen der Welt(macht) erschien das Sterben Jesu als das Ende und die Niederlage eines gescheiterten Idealisten. In Gottes Wirklichkeit hat Jesus am Kreuz die größte Kraft entfaltet, die möglich ist: Er hat den Tod, die Sünde und alle Mächte besiegt, die uns Menschen ins ewige Verderben ziehen möchten. Darum ist das Leiden Jesu keine Niederlage, sondern der entscheidende Sieg in der ganzen Weltgeschichte.

Macht euch bewusst: An diesem Sieg gibt uns Gott Anteil. Lasst uns achthaben auf einander, und einander ermutigen, dass wir immer neu den Blick zu Christus erheben. Denn es gibt nichts Größeres, als bewegt zu sein von Gottes Dynamik.   Amen.

 

Predigt am 15. Sonntag nach Trinitatis (20.9.2020) von Pfarrer Michael Güthle

in der Bartholomäuskirche Markgröningen, Text: 1. Mose 2, 4b-10+15

 

Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte. Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen. Denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute; aber ein Strom stieg aus der Erde empor und tränkte das ganze Land. Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.

Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin. Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen,  und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Und es geht aus von Eden ein Strom, den Garten zu bewässern, und teilt sich von da in vier Hauptarme. Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.

 

Liebe Gemeinde,

wir leben jenseits von Eden. Wir merken, wie unsere Welt im Argen liegt, wie Menschen sich gegenseitig bekämpfen und töten, wie viel Anstrengung und Schweiß es kostet, gegen die Dornen und Disteln anzugehen, die auf dem Ackerboden unseres Lebens wachsen. Wir wissen: unsere Erde und unser Leben sind bedroht. Nicht nur von der Corona-Pandemie. Unsere Lebenszeit ist begrenzt. Gemessen an der Weltgeschichte sind es nur wenige Sekunden, die wir auf der Erde zubringen. „Unser Leben ist wie ein Gras, das am Morgen blüht und sprosst und des Abends welkt und verdorrt“- sagt ein Psalmbeter.

Wir leben jenseits von Eden mit allen Sorgen und Ängsten, die dazu gehören. Wir nehmen traurig wahr, dass der Paradiesgarten verloren ist. Doch hin und wieder taucht die Sehnsucht nach einem paradiesischen Ort in uns auf. Wir wünschen uns einen Platz, wo es uns gut geht, wo wir uns wohl fühlen, wo es keine Sorgen und kein Leid mehr gibt, wo wir uns freuen und erholen, wo wir Ruhe finden und mit uns selber und mit der Natur im Einklang sind. Jedem und jeder von uns wird solch ein geschützter Ort einfallen, an den man sich zurückziehen kann, ein Fluchtort für die Seele.

Die Schöpfungsgeschichte der Bibel erzählt kein Märchen aus vergangenen Zeiten, sie ist auch keine wissenschaftliche Abhandlung über die Entstehung der Welt. Sie ist vor allem eine Glaubensgeschichte voller tröstlicher Gewissheiten. Denn sie fragt danach, woher unser Leben kommt, was es mit uns Menschen auf sich hat und sie deutet an, wohin unsere Lebensreise geht.

Es war zu der Zeit, da Gott Himmel und Erde machte.

Unsere Welt ist nicht zufällig entstanden, sondern es war Gottes weise Entscheidung, Himmel und Erde zu schaffen. Das ist für uns wichtig zu wissen. Denn das bedeutet, alles was uns umgibt, worin wir leben und atmen, woher wir kommen und warum wir überhaupt sind, das verdanken wir Gott. Er hat es so gewollt, er hat es so gemacht. Er steht am Anfang unserer Geschichte. Gott ruht sich am siebten Tag aus. Doch er ist kein Gott, der sich dann zurückzieht, er ist kein Gott, „der – wie ein Schriftsteller sagt- das Leben und das Sterben erfunden hatte, um sich zu unterhalten“ (Erich Maria Remarque). Gott umgibt seine Welt weiterhin mit seiner Fürsorge und bewahrt sie in seinen Händen. Das glauben wir und darum gibt es Hoffnung für die Welt und Zuversicht für jedes Menschenleben. Denn der Mensch ist ein Geschöpf Gottes: Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen. Jede und jeder von uns soll sich darin vergewissern: Ich bin gewollt und geliebt. Ich verdanke mein Leben keiner Laune der Natur, ich bin nicht wahllos in die Welt hineingeworfen und dem Untergang preisgegeben. Mein Ursprung und meine Heimat ist vielmehr der Garten Eden, das Paradies, der Ort der Fülle, des Friedens und der Bewahrung. Der Ort, den Gott für mich geschaffen hat. Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin. Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Und es geht aus von Eden ein Strom, den Garten zu bewässern.

Der Mensch, auf Hebräisch „der Adam“, ist zunächst einmal aus Erde gemacht. Er ist und bleibt – trotz allen technischen Errungenschaften – ein Erdling.  Ein Stück Staub von der Erde. Er ist damit vergänglich und verletzlich. Das ist keine Kinderkrankheit, sondern seine Bestimmung. Es ist Gottes Fügung. Darum werden alle Versuche scheitern, einen Übermenschen heranzüchten zu wollen. Allen Versuchen, einen idealen Menschen aus perfekten Genen erschaffen zu wollen, ist daher eine Absage zu erteilen. Der Mensch ist und bleibt ein Erdling. Das hebräische Wort Adam drückt das aus. Auch der lateinische Ausdruck für Mensch „homo“ hat seinen Ursprung im Humus. Humanität, Menschlichkeit kommt aus fruchtbarem Erdreich. Der Apostel Paulus wird später sagen: Gott hat das Leben in irdene Gefäße gegeben (2.Kor. 4). Und vergessen wir nicht: Als Gott der Menschlichkeit ein Gesicht gab, da sandte er seinen Sohn. Das Wort ward Fleisch (Joh. 1). Daher der Ratschlag: Mach’s wie Gott, werde Mensch. Sieh zu, dass du deiner Bestimmung gerecht wirst. Vergiss nicht deine Herkunft. Widerstehe der Versuchung, wie Gott sein zu wollen.

Der Mensch ist ein Erdling, doch er ist zugleich auch das Wesen, dem Gott seinen Atem eingehaucht hat. Ein göttlicher Kuss, eine Liebesbezeugung, steht am Anfang des Lebens. Der Mensch wurde vom Geist Gottes zum Leben erweckt. Lebenskraft und Lebensatem sind Gottes Geschenk. Damit ist der Mensch nicht nur Staub, sondern von Anfang an auch ein Wesen, das mit Gott in Beziehung steht. Daher ist der Mensch niemals ohne Gott, sondern sein Leben verläuft vor Gottes Angesicht. Gott sorgt von Anfang an für den Menschen. Er setzt ihn in den Garten Eden, wo er alles findet, was er zum Leben braucht. Martin Luther hat diese Fürsorge Gottes in seiner Erklärung zum ersten Glaubensartikel sehr treffend entfaltet:

„Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält: dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter; mit allem, was Not tut für Leib und Leben, mich reichlich und täglich versorgt, in allen Gefahren beschirmt und vor allem Übel behütet und bewahrt; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit“.

Wenn wir unser Leben, an Gott, dem Ursprung, festmachen, dann erwächst daraus die tröstliche Gewissheit, dass wir letztendlich nicht verloren gehen können. Wir sind von Gott gehalten und getragen. Wir haben von Gott eine Würde, die unantastbar ist. Und wir haben von Anfang an eine Aufgabe, nämlich die Erde zu bebauen und zu bewahren. Die Erde ist nicht unser Eigentum, sie gehört Gott und sie ist uns anvertraut. Wir wissen heute, wie groß diese Aufgabe ist. Wir haben eine Verantwortung den nachfolgenden Generationen gegenüber, die Erde so zu hinterlassen, dass auch sie von der Erde leben können und eine gute Zukunft haben.

Liebe Gemeinde,

wenn wir von Adam hören, vom Menschen, so wie ihn Gott wollte, dann geht das nicht, ohne auch von dem zu reden, der der neue Adam war, der Sohn Gottes. Er hat nicht vom Garten Eden gesprochen, aber von Gottes Reich. Die heile, gerechte Welt des Friedens zwischen Gott und den Menschen ist nun wieder möglich, auch wenn wir jenseits von Eden leben. In der Offenbarung des Johannes (21) wird unsere Zukunft beschrieben:
“Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und ich sah die heilige Stadt Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen. Und er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein und er selbst Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.“

Wir sind noch unterwegs. Es gibt viel zu tun. Unser Leben ist bedroht. Doch wir brauchen nicht resignierend die Hände in den Schoß zu legen, denn Gott sorgt nach wie vor für uns und dank Christus steht uns der Himmel offen. Amen

 

Lied 432 Gott gab uns Atem, damit wir leben

 

Predigt zum 14. Sonntag nach Trinitatis, 13.09.2020, Bartholomäuskirche Markgröningen

Predigttext: Lukas 19,1-10 von Pfarrer Dr. Frank Dettinger

 

Liebe Gemeinde,

Katzen sind gute Kletterer. Aber schon manche Katze schaffte es zwar auf den Baum hinauf, aber nicht mehr herunter. Im Kinderhörspiel kommt dann die Feuerwehr und rettet die Katze mit der langen Leiter. Und anscheinend soll es solche Feuerwehreinsätze auch in der Realität schon gegeben haben. Manche Katzen reizt es irgendwie von Natur aus, auf Bäume zu klettern. Auf einen Baum hinauf zu steigen, das hat auch eine tiefe, eine wichtige Bedeutung, ja mehrere Bedeutungen. Und eben darum geht es heute im Predigttext. Es ist eine bekannte Geschichte – die Geschichte vom Zöllner Zachäus. Ich lese aus Lukas 19, die Verse 1-10:

 

1 Jesus ging nach Jericho hinein und zog durch die Stadt. 2 In Jericho lebte ein Mann namens Zachäus. Er war der oberste Zolleinnehmer in der Stadt und war sehr reich. 3 Er wollte unbedingt sehen, wer dieser Jesus sei. Aber er war klein und die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht. 4 So lief er voraus und kletterte auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus sehen zu können; denn dort musste er vorbeikommen. 5 Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und redete ihn an: »Zachäus, komm schnell herunter, ich muss heute dein Gast sein!« 6 Zachäus stieg schnell vom Baum und nahm Jesus voller Freude bei sich auf. 7 Alle sahen es und murrten; sie sagten: »Bei einem ausgemachten Sünder ist er eingekehrt!« 8 Aber Zachäus wandte sich an den Herrn und sagte zu ihm: »Herr, ich verspreche dir, ich werde die Hälfte meines Besitzes den Armen geben. Und wenn ich jemand zu viel abgenommen habe, will ich es ihm vierfach zurückgeben.« 9 Darauf sagte Jesus zu ihm: »Heute ist dir und deiner ganzen Hausgemeinschaft die Rettung zuteilgeworden! Auch du bist ja ein Sohn Abrahams. 10 Der Menschensohn ist gekommen, um die Verlorenen zu suchen und zu retten.«

 

Liebe Gemeinde,

da geht es also um einen, der auf den Baum steigt. Und die Geschichte zeigt uns gleich eine erste wichtige Bedeutung davon: Zachäus war klein, heißt es da, und er sah nichts, weil ihm die Menschenmenge die Sicht nahm. Eins, zwei, drei – geschickt auf den Baum geklettert, ändert sich das plötzlich. Jetzt sieht Zachäus sehr gut. Jetzt ist sein Horizont ein ganz anderer – er sieht in die Weite. Wer auf einen Baum klettert, gewinnt eine neue Sichtweise – eine weitere, offenere Sichtweise. Die Dinge, die verborgen waren, sind jetzt erkennbar. Das ist mir vertraut – aber ich muss es mir eigentlich immer wieder bewusst machen. Manchmal lohnt es sich, eine andere Position zu suchen, um ein Problem zu lösen. Wenn ich immer nur mit dem gleichen Blick auf eine Sache starre, stecke ich vielleicht in einer Sackgasse. Ein Perspektivwechsel kann aber neue Erkenntnisse bringen. Das kann mir beruflich so gehen – in meinem Projekt komme ich nicht weiter – aber vielleicht dann, wenn ich die Sache mal von einer ganz ungewohnten Seite betrachte. Aber auch bei privaten Fragen und Sorgen kann es helfen, die Sache einmal ganz anders, ungewohnt anzuschauen. Dafür könnte ich jemanden suchen, mit dem ich im Gespräch womöglich auf solche neuen Ideen komme. Zachäus macht es uns vor. Er besteigt den Baum.

Aber es ist nicht nur der ungewohnte weite Blick, nicht nur der Perspektivwechsel, den das Baumbesteigen mit sich bringt. Auf den Baum zu gehen, hat auch etwas mit Flucht zu tun. Der Baum bietet einen Rückzugsraum, einen geschützten Rückzugsraum. Ich bin dort zwar auch einsam – ich bin ein Stück isoliert – aber ich bin eben auch geschützt vor den anderen. Zachäus spürt: Die anderen hassen ihn eh. Er ist bekannt als der, der mit der römischen Besetzungsmacht zusammenarbeitet, er treibt die römischen Steuern ein. Ein unehrenhafter Gauner ist er, so sagen sie, ja sogar ein Betrüger ist er, der bei seinen Geldgeschäften nicht nur für die römische Kasse, sondern auch in seine eigene Tasche wirtschaftet. Als gesellschaftlich verachteter Mensch passt es auch ganz gut, dass er sich auf dem Baum vor den anderen zurückziehen kann – dort ist er für sich und sicher. Mir geht es ebenso, dass ich manchmal die Rückzugsmöglichkeit eines Baumes suchen möchte. Der Baum steht symbolisch dafür, dass wir Menschen uns manchmal aus der Menge herausziehen müssen. Ich muss dafür nicht einmal ein Betrüger und ein ungeliebter Zeitgenosse sein – manchmal brauche ich einfach die Zeit für mich, den Abstand, die Flucht vor allem, was mir zu viel zu werden droht. Zachäus ist diese Flucht gelungen – sein Leben, das ihm, wie wir später erfahren, selbst nicht gefällt, bekommt einen Rückzugsort. Die Gefahr bei einer Baumbesteigung kann dann aber auch sein, sich von oben überheblich vorzukommen. Wer da oben in den Ästen sicher sitzt, kann auch versucht sein, auf die anderen im wahrsten Sinne des Wortes herab zu blicken. Wie schnell dieses Gefühl sich einstellen kann? – ich glaube, manchmal schneller als wir zugeben möchten. Vielleicht dachte Zachäus auf dem Baum auch etwas erleichtert: Ihr da unten! Ihr… Ihr versteht mich sowieso nicht. Ihr seht in mir nur den Betrüger – aber, wie es mir wirklich geht, erkennt ihr gar nicht. Oben auf der Baumkrone mit dem Blick nach unten – da kann sich so ein Gedanke schnell mal einstellen. Doch mein Baum bringt mich letztlich nur in eine kleine Distanz zu den anderen. In nur wenigen Kletterzügen bin ich auch wieder unten – und hab den anderen dann gar nichts mehr voraus. Mit dem Thema der Überheblichkeit muss ich auf jeden Fall umgehen, wenn ich auf dem Baum bin. Ich sollte dieses Thema nicht ausblenden.

Und noch eine Bedeutung kann es haben, wenn wir tatsächlich oder im übertragenen Sinne auf den Baum klettern: Nämlich: Die Bedeutung des emotionalen Durcheinanders. Gefühlschaos kann es mit sich bringen, dass ich aufgeregt werde, geladen werde, und sprichwörtlich auf den Baum steige. – Die anderen sagen dann: „Komm mal wieder runter!“. Beruhige dich, versuch, deine Aufgebrachtheit in den Griff zu bekommen. Es kann Wut sein, es kann Angst sein, es kann Verzweiflung sein – all diese intensiven Gefühle können dafür stehen, dass ich auf dem Baum sitze. Zachäus hatte wahrscheinlich eine diffuse emotionale Situation. Wir lesen: er wollte unbedingt sehen, wer dieser Jesus ist. Ihn treibt etwas an – er ist extrem auf der Suche. Er weiß wohl selbst nicht recht, was er eigentlich sucht. Aber mit seinem Leben, so wie es ist, ist er nicht zufrieden. Gefühlschaos – dazu passt der Baum, den er besteigt. So wie wir im Durcheinander der Gefühle uns manchmal auf einem Baum fühlen – bis man uns sagt: „Jetzt beruhige dich – und komm wieder runter!“

Und so kommen wir schon zu dieser spannenden, zentralen Frage, die ja auch für die Katze wichtig ist: Wie komme ich da eigentlich wieder runter? So einfach ist es nämlich gar nicht, vom Baum herunterzusteigen. Auch für menschliche Baum-Kletterer gilt dasselbe, was für Katzen gilt: Auf einen Baum hochklettern ist viel einfacher, als sicher wieder herunter zu klettern. Zachäus gelingt es, wieder runter zu kommen. Und spannend für uns ist, wie ihm das gelingt, ja was braucht es dazu? – welche Voraussetzungen hat sein Abstieg vom Baum? Jesus kommt nach Jericho. Er läuft mit seinen Jüngern die Straße entlang – und dann sieht er Zachäus auf dem Baum sitzen. Und jetzt nimmt Jesus zu Zachäus Kontakt auf! Unfassbar, wird Zachäus gedacht haben – jetzt spricht dieser Jesus mich auch noch vor allen anderen an! »Zachäus, komm schnell herunter, ich muss heute dein Gast sein!« Es ist diese unerwartete Ansprache – vielleicht schon der Blick, mit dem Jesus zum Baum hinauf sah. In Zachäus beginnt sich etwas zu verändern – und zwar innerlich, von selbst, automatisch – wie wenn ein Knopf gedrückt worden wäre, der jetzt ein Veränderungsprogramm zur Folge hat. Es beginnt ein Veränderungsprogramm, das jetzt eigenständig abläuft. Das ist die Pointe der Geschichte – Zachäus kommt vom Baum als veränderter Mensch. Diese kurze Begegnung, die Ansprache durch Jesus ist für Zachäus die Initialzündung für etwas ganz Neues. Jesus stellt keine Forderungen an sein Leben. Er sagt ihm nur, dass er ihn besuchen muss – ich muss heute dein Gast sein. – Aber für Zachäus ist das überhaupt kein müssen, kein Zwang – voller Freude steigt er vom Baum herunter und nimmt Jesus in seinem Haus bei sich auf. Denn auf dem Baum ist schon etwas passiert – in der kurzen Begegnung mit Jesus ist ein Wunder passiert – so dürfen wir das sagen. Ohne Forderung, ohne Vorwurf hat Jesus Zachäus innerlich umgekrempelt, seine harten, kalten, verkrusteten Seelenanteile schmelzen lassen. Wenn man einen Eisklotz hat, kann man ihn auf zwei Arten kleinkriegen. Man kann mit einem Pickel auf dem Eisklotz herumhauen – und so bringt man ihn durchaus klein nach einiger Zeit und einiger Anstrengung. Man kann aber auch mit Wärme arbeiten – mit Wärme von allen Seiten kann man den Eisklotz in kürzester Zeit zum Schmelzen bringen – viel eleganter als mit dem Pickel. Das Programm, das bei Zachäus abläuft, hat folgende Schritte: Sein Verhältnis mit Gott ist plötzlich geklärt – Jesus ist sein Freund. Und daraus folgt, dass er jetzt von sich aus das Verhältnis zu seinen Mitmenschen klären will. Ohne dass Jesus es angesprochen hätte, sagt Zachäus: »Herr, ich verspreche dir, ich werde die Hälfte meines Besitzes den Armen geben. Und wenn ich jemand zu viel abgenommen habe, will ich es ihm vierfach zurückgeben.« Solch eine Kraft hat Gottes Liebe. Sie verändert Menschen von innen.

Einen Hinweis finden wir noch am Schluss, was Zachäus im Leben wohl gefehlt hat. Jesus sagt zu ihm: „Auch du bist ja ein Sohn Abrahams.“ Damit zeigt ihm Jesus, wer er ist – er gibt ihm eine Identität. Gott schenkt Menschen einen Platz in der Geschichte – eine Rolle, einen Ort, wo wir hingehören dürfen. Ja, wir sind wer, Gott macht uns zu jemand – als Teil einer Gemeinschaft. Jesus ergänzt: „Der Menschensohn ist gekommen, um die Verlorenen zu suchen und zu retten.“ Zachäus war wirklich ein Verlorener, weil er nicht wusste, wo er hingehört. Und schon bei der ersten Begegnung mit Jesus auf dem Baum war ihm klar: Von Jesus bekomme ich endlich meinen Platz, meine Rolle, meine Lebensgeschichte – ja, einen Sinn im Leben. Und nun ist Zachäus wirklich angekommen auf dem gesunden Boden des Lebens – den Baum braucht er nicht mehr.

Ich wünsche uns, dass Jesus uns immer wieder, wenn nötig, von den Bäumen holt – so wie Zachäus. Aber die Bäume haben ja zum Teil auch ihre Berechtigung – es gehört zu unserem Leben, dass wir manchmal im übertragenen Sinne auf Bäume steigen. Gut, dass es Bäume gibt – damit wir mal Abstand nach unten gewinnen können, einen Perspektivwechsel hinbekommen. Gut, dass es Bäume gibt, damit wir uns von Zeit zu Zeit auf ihnen zurückziehen können, einen Ort haben, wohin wir fliehen können. Und gut, dass es Bäume gibt, damit wir einen Ort im Gefühlschaos haben – dass es einen Ort gibt, wo es hingeht, wenn wir emotional verwirrt sind und alles durcheinander ist. Aber wenn es Zeit ist, von den Bäumen herunterzukommen, dann wünsche ich uns Jesus, der vorbeikommt und der uns da oben sieht und uns zuruft: „Komm schnell herunter! Ich muss heute dein Gast sein!“

Amen.

 

Predigt zum 13. Sonntag nach Trinitatis, am 6.9.2020, Bartholomäuskirche, Apostelgeschichte 6, 1-7

von Pfarrer Michael Güthle (Im Gottesdienst wird ein Praktikant der Jugendarbeit verabschiedet und einer begrüßt).

 

Liebe Gemeinde,

in der christlichen Gemeinde soll keiner übersehen werden. Darauf weist uns der Predigttext   aus der frühen Gemeinde in Jerusalem hin. Wo sich Christen treffen, um zu beten und um Gottes Wort zu hören, da darf es nicht sein, dass in ihrer Mitte Menschen ungerecht behandelt oder vernachlässigt werden. Wer Lob- und Danklieder auf Gott singt, dem kann es nicht gleichgültig sein, wie es seinem Nachbarn geht. Die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten gehören zusammen. Dieser Geist durchdringt die christliche Gemeinde. Von ihren Anfängen bis heute.

Freilich wird sich mancher fragen, wieso dann die Welt nicht besser aussieht.

Wie oft träumen wir von einer Kirche, in der alle „ein Herz und eine Seele“ sind. Wo wir tatsächlich sehen können, wie der Geist Gottes wirkt und unser Handeln bestimmt, wo es keine Enttäuschungen und Missverständnisse mehr zwischen Menschen gibt, wo sich jede und jeder angenommen fühlt und weiß, er wird beachtet und er ist den andern wichtig. Solch eine Gemeinschaft würde doch eine hohe Anziehungskraft ausüben und dann würde das geschehen, wovon in der Apostelgeschichte so eindrücklich erzählt wird: das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger wurde sehr groß.

Stattdessen erleben wir heute, wie Menschen zunehmend der Kirche den Rücken kehren.

Es ist gut, dass die Apostelgeschichte nicht nur das Erfreuliche überliefert, sondern auch von Problemen berichtet, die es in den jungen Gemeinden gab. Wie einfach wäre es doch gewesen, nur von den Erfolgen zu sprechen. Aber dann wäre ein verklärtes Wunschbild von Kirche entstanden und wir würden versuchen, diesem Idealbild nachzujagen. Es wäre auf Dauer sehr mühsam und enttäuschend, die Kirche nach einem vermeintlichen Traumbild formen zu wollen. Das geht in einer Ehe schief, wenn jemand seinen Partner nach seinem Wunschbild zurechtbiegen möchte. Das geht in der Erziehung nicht gut, wenn Eltern die Eigenarten ihrer Kinder nicht wahrnehmen und aus ihren Kindern etwas machen wollen, was sie nicht sind. Und wie viele Versuche gab es, einen idealen Staat zu errichten, die allesamt gescheitert und oft im Gegenteil geendet sind: Wer nicht in das Wunschbild hineinpasste, wurde weggesperrt oder gar getötet.

Die Erzählung der Apostelgeschichte weist uns einen anderen Weg. Sie nimmt uns zunächst das Wunschbild weg. Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Die christliche Gemeinde wird niemals eine vollkommene und heile Gemeinschaft sein können. Wir leben eben noch nicht im Himmel, sondern auf der Erde. Menschlichen Unzulänglichkeiten gehören dazu.

In der Gemeinde in Jerusalem wurden die griechischen Frauen, die zugezogen waren, nicht beachtet. Sie redeten eine andere Sprache und waren nicht so bekannt wie die einheimischen Witwen. Daher gingen sie bei der täglichen Versorgung – und darauf war eine Witwe angewiesen – immer leer aus.  Das war ungerecht und daher gab es Ärger.

Wer übersehen wird, der fühlt sich ausgestoßen und ist gekränkt. Wir wissen aus eigener Erfahrung, was es heißt einmal übersehen zu werden oder was es bedeutet, wenn wir einen andern übersehen. Da waren wir in großer Eile und haben beim Einkaufen einen Menschen nicht wahrgenommen, obwohl er ganz in unserer Nähe stand. Da haben wir bei einer Veranstaltung viele Menschen freundlich begrüßt und einen übersehen. Was fühlen wir, wenn wir erfahren, ein anderer Mensch, der uns wichtig ist, hat uns übersehen?

Wie muss es Menschen gehen, die ständig übersehen werden? Menschen, die nicht wahrgenommen werden, weil sie keinen Erfolg vorzuweisen haben und auch sonst keine große Ausstrahlung besitzen. Menschen, die erfahren müssen, dass sich keiner für ihre Lebensgeschichte und für ihre Belange interessiert.

Wie oft beschleicht auch manche Jugendliche das Gefühl: ich werde übersehen.

Die Erwachsenen nehmen mich nicht ernst. Und wie erleben es Kinder, wenn sie übersehen werden, wenn sie nicht das notwendige Maß an Liebe und Zuneigung ihrer Eltern erfahren?

In der Gemeinde zu Jerusalem werden die Hilferufe der Übersehenen gehört. Die Apostel sehen das Versäumnis. Sie berufen eine Gemeindeversammlung ein, berichten von den Benachteiligten und suchen nach einer Lösung. Die Gemeinde wählt schließlich 7 Leute aus ihrer Mitte, die dafür sorgen sollen, dass die fremden Witwen die notwendige Verpflegung und Zuwendung bekommen. Die Apostel sollen das Evangelium weiter verkünden und die

7 Diakone sollen für den Liebesdienst am Nächsten zuständig sein. Es ist der Gemeinde wichtig zu betonen, dass beide Seiten zur christlichen Gemeinde gehören.

Denn das Vorbild ist Jesus Christus. Wie kein anderer hat er es verstanden, dass Worte und Taten zusammengehören. Die Botschaft, dass vor Gott kein Mensch vergessen wird, soll in der Gemeinde sichtbar werden. Keiner soll im Stich gelassen werden.

Wenn wir heute einen Praktikanten der Jugendarbeit verabschieden und den neuen begrüßen, dann ist das auch ein Ausdruck dafür, dass uns in der Gemeinde die Jugendlichen und Kinder mit ihren Anliegen wichtig sind. Wir hören ihnen ernsthaft zu und nehmen wahr, was sie beschäftigt und wir helfen, wo wir es können. Und wir hören nicht auf, ihnen die gute Botschaft weiterzugeben, dass sie sich sicher sein können, das Gott für sie da ist und sie gewiss nicht übersieht. Zu den Aufgaben des Praktikanten gehört auch die Mithilfe in der Küche im Kindergarten Arche. Auch solche kleinen Dienste sind wichtig.

Liebe Gemeinde,

lassen wir unser Augenmerk vom Predigttext darauf ausrichten, um zu prüfen, ob wir Menschen in unserer Mitte übersehen. Und überlegen wir dann, was wir selber tun oder in die Wege leiten können, damit sich das ändert. Gewiss können wir auch dankbar sein für all das, was in dieser Hinsicht in unserer Gemeinde bereits geschieht. Menschen werden besucht, man nimmt sich Zeit für ein Gespräch, Kranke werden betreut, Trauernde werden begleitet, Fremde werden willkommen geheißen, Nachbarn helfen einander, kaufen für die Älteren ein, damit die Ansteckungsgefahr durch Corona verringert wird. Menschen werden finanziell unterstützt und erleben, wie sie begleitet werden.

Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. In diesem Bibelvers, der uns durch diese Woche begleitet, wird betont, wie der Dienst der Liebe selber zum Teil der Verkündigung wird. Daher ist es auch wichtig zu beachten, dass jede und jeder von uns, sich auf seine Weise einbringen kann. Jede und jeder von uns ist Teil am Leib Christi. Wir brauchen uns nicht miteinander zu vergleichen.

Und so freue ich mich auch besonders darüber, wieviel in unserer Gemeinde gebetet wird: für die Kinder und Jugendliche, für die jungen Familien und die Erwachsenen, für die Berufstätigen und Älteren, für die hauptamtlich Tätigen und für alle, die sich ehrenamtlich engagieren. Für die, die aktiv sein können und für die, die eine Pause brauchen oder am Ende ihrer Kräfte sind. Jede und jeder ist willkommen und keiner soll übersehen werden.

Wenige Kapitel weiter heißt es in der Apostelgeschichte: Keinem von uns ist Gott fern.

In ihm leben, weben und sind wir (Apg. 17,27+28). Wir gehören als Verschiedene zusammen. Wenn wir diesen Weg in der Gemeinde weitergehen, dann wird es sicher einmal auch für Markgröningen wieder heißen: Und das Wort Gottes breitete sich aus.

Amen